Wien (OTS) – Wien, 3.9.26 – Die geplante Lkw-Maut auf ausgewählten
burgenländischen Landesstraßen würde den Wirtschaftsraum Ostregion
zusätzlich belasten und die Versorgung verteuern. Davor warnen die
Fachgruppen der Transporteure in Wien, Niederösterreich und dem
Burgenland.
Ab 1. Jänner 2027 soll für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf zunächst
drei Strecken im Burgenland eine digitale Benützungsgebühr gelten. Je
nach Fahrzeug sind Jahresvignetten zwischen 650 und 1.000 Euro
vorgesehen. Für einen regionalen Betrieb mit zehn Lkw bedeutet das
allein zu Jahresbeginn zusätzliche Kosten von bis zu 10.000 Euro.
„Diese Maut trifft nicht anonyme Transitunternehmen, sondern vor
allem regionale Betriebe, die täglich Güter im gemeinsamen
Wirtschaftsraum Wien, Niederösterreich und Burgenland
transportieren“, sagt Wolfgang Böhm, Obmann der Wiener Transporteure.
„Transporteure können diese zusätzlichen Belastungen nicht einfach
wegstecken. Sie müssen entlang der Lieferkette weitergegeben werden.
Am Ende zahlen Handel, Industrie, Gewerbe und Konsumenten.“
Die Folgen wären in Supermärkten ebenso spürbar wie bei
Baustoffen, Paketzustellungen oder Produkten des täglichen Bedarfs.
„Transport und Logistik sind das Rückgrat unserer Wirtschaft.
Rohstoffe kommen nicht ohne Lkw in die Produktion, Waren nicht ohne
Lkw in die Geschäfte und auf Baustellen passiert ohne funktionierende
Logistik nichts. Wer den Transport verteuert, verteuert das gesamte
Leben und heizt die Inflation weiter an“, so Böhm.
Regionale Wirtschaft am meisten betroffen
Gerade die Ostregion ist durch enge wirtschaftliche
Verflechtungen geprägt. Die geplante Gebühr drohe daher, regionale
Lieferketten und Betriebe in allen drei Bundesländern zu schwächen.
Denn 82 Prozent der in Österreich transportierten Waren werden über
Distanzen von höchstens 80 Kilometern befördert. Die Maut würde damit
vor allem den regionalen Wirtschaftsverkehr treffen, und kaum den
internationalen Transit.
„Die österreichische Transportwirtschaft steht bereits heute
unter enormem wirtschaftlichem Druck. Hohe Energiepreise, steigende
Personalkosten, massive Investitionen in die Dekarbonisierung sowie
in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Mautkosten belasten
unsere Betriebe massiv. Eine zusätzliche Maut auf Landesstraßen ist
daher das völlig falsche Signal und für viele Unternehmen schlicht
nicht mehr tragbar“, betont Markus Fischer, Niederösterreichs Obmann
für das Güterbeförderungsgewerbe.
Maut trifft jeden Konsumenten
„Diese Maut wäre eine Massensteuer, die am Ende des Tages der
Konsument zu bezahlen hätte. Die Folgewirkungen sind ein Anschlag auf
die Lebensqualität in unserer Region. Gerade die Ostregion wäre durch
diese Maut ganz besonders betroffen“, resümiert Roman Eder, Obmann
der Fachgruppe Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Burgenland.
Die drei Obmänner appellieren an die burgenländische
Landespolitik, die Pläne zu überdenken: In wirtschaftlich
herausfordernden Zeiten braucht es Entlastung und eine Stärkung des
Standorts anstatt einer neuen Belastung für jene Branche, die
Österreich jeden Tag versorgt.
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