Digitale Parkraumüberwachung: Erfolgreiche Testphase für das neue Scan Car in Wien

Wien (OTS) – Was in anderen Städten wie Amsterdam oder Prag seit
längerem üblich,
ist nun auch in Wien in finaler Vorbereitung: Die digitale Kontrolle
des öffentlichen Parkraums. Seit Anfang des Jahres ist eines von vier
sogenannten Scan Cars im Testbetrieb in Wien unterwegs. Es handelt
sich um Elektrofahrzeuge mit speziellen Sensoren zur
Kennzeichenerfassung, die künftig vor allen in den Flächenbezirken
bei der Kontrolle zur Parkometerabgabe eingesetzt werden und damit
die Mitarbeiter*innen der Parkraumüberwachung entlasten.

Im Rahmen der bisherigen Testphase hat das Scan Car insgesamt
rund 220 Testkilometer absolviert. Die Fahrten wurden in den Wiener
Gemeindebezirken 10, 11, 19, 21 und 22 durchgeführt. Ziel dieser
ersten Phase war es, die Funktionstüchtigkeit der Hard- und Software
unter realen Bedingungen zu erproben, bevor die restlichen drei der
insgesamt vier angeschafften Fahrzeuge in den Betrieb integriert
werden.

„Mit dem Scan Cars steigern wir die Effizienz der
Parkraumüberwachung in Wien massiv. Gleichzeitig ist es mir ein
persönliches Anliegen, dass unsere Mitarbeiter*innen bei ihrer
herausfordernden Arbeit im Außendienst bestmöglich unterstützt und
entlastet werden. Denn derzeit legen die Mitarbeiter*innen in den
großen Bezirken rund 15 Kilometer Fußmarsch am Tag zurück. Das Scan
Car ist kein Ersatz für den Menschen, sondern ein modernes Werkzeug“,
freut sich Michelle Krumpschmid, Leiterin der Magistratsabteilung 67
Parkraumüberwachung, über die positive Entwicklung des Projektes.

Über 90 % Kennzeichen-Erkennungsrate

Die wichtigste Erkenntnis der bisherigen Fahrten: Die Kennzeichen
-Erkennungsrate ist bereits im Testlauf sehr hoch und liegt bei über
90 %. Da das Gesamtsystem lernend programmiert ist, wurden die
Testkilometer intensiv genutzt, um feine Nachjustierungen
vorzunehmen. Präzisiert wurden dabei vor allem die Kameraausrichtung
unter verschiedenen Lichtverhältnissen sowie die örtliche
Positionsbestimmung basierend auf den verzeichneten Stellplätzen der
Geopositionsdaten der Stadt Wien.

Finale Phase mit Schulung und Echtzeit-Simulation

Die finale Programmierung und Systemintegration laufen planmäßig.
Die Schulung und Einführung der neuen Technologie wird von den
Mitarbeiter*innen der MA 67 sehr positiv und offen aufgenommen. Die
Mitarbeiter*innen sehen das Fahrzeug als zeitgemäße Erleichterung für
die tägliche Kontrollarbeit auf Wiens Straßen. Um den reibungslosen
Übergang zu garantieren, startet zeitnah die Schulung der Key-User*
innen. Diese ausgewählten Mitarbeiter*innen werden als Erste direkt
für die Pilotierung ausgebildet. Die Schulung des restlichen
Personals der MA 67 erfolgt im Anschluss laufend. Aktuell sind
insgesamt 650 Parkraumüberwachungsorgane der MA 67 für die Kontrolle
des ruhenden Verkehrs tätig.

Regulärer Betrieb für 4 Scan Cars Ende des Jahres

Im Oktober 2023 gab es das Ende der physischen Parkpickerl und
die Umstellung auf den Kennzeichenabgleich mittels Handy-Scan. Im
Jahr 2025 wurde die digitale Parkraumüberwachung im Landtag
beschlossen. Und seit 2026 läuft in Wien die Testphase für die
Parkraumüberwachung durch sogenannte Scan Cars. Der Volleinsatz der
Scan Cars ist ab Ende 2026 geplant. Mitte September 2026 startet nun
die Pilotierungsphase mit dem Kamerafahrzeug. Dabei erfolgt die
erstmalige Verknüpfung des Fahrzeugs mit allen produktiven Systemen,
wie beispielsweise der Genehmigungsdatenbank für das Parkpickerl.
Diese umfassende Echtzeit-Simulation dient der finalen Einschätzung
des Implementierungsfortschrittes, bevor alle vier Scan Cars Ende
2026 den regulären Dienst aufnehmen. Zum Einsatz kommen die neuen
Scan Cars in den weitläufigen Teilen in zwölf Bezirken. (Bezirke 10,
11, 13 – 19 und 21 – 23)

Funktionsweise der datenschutzkonformen Kontrolle

Der Sensor ist auf dem Autodach der Elektroautos montiert und
scannt die Kennzeichen mittels optischer Zeichenerkennung (OCR),
gleicht sie mit der entsprechenden Datenbank ab und liefert Hinweise
auf mögliche Verstöße. Eine Speicherung der Information findet nicht
statt, womit die datenschutzrechtlichen Vorgaben vollständig gewahrt
bleiben. Jeder gemeldete Verdachtsfall wird manuell von einem
Parkraumüberwachungsorgan überprüft.

Digitalisierung als Schlüssel zu Ressourcenschonung und
Mitarbeiter*innenschutz

Die fortschreitende Digitalisierung der Parkraumüberwachung ist
ein wichtiger Schritt, um Verwaltungsprozesse nachhaltiger zu
gestalten. Sie hilft, Personalressourcen gezielter einzusetzen,
unnötige Doppelwege zu vermeiden und energieeffizientere Abläufe zu
schaffen. Gleichzeitig schützt sie die Kontrollorgane, die bisher
Wind, Regen, Hitze oder winterlichen Bedingungen oft ungeschützt
ausgesetzt waren. Mit den Fahrzeugen steht nun ein wetterfester und
ergonomischer Arbeitsraum zur Verfügung. Die Besetzung der Scan Cars
mit den Überwachungsorganen wird durch die jeweiligen Führungskräfte
auf den sechs Stützpunkten der Parkraumüberwachungsgruppe
entschieden. Dabei gilt wie auch bei der regulären Bestreifung zu Fuß
ein Rotationsprinzip.

Modernes Wiener Parkraummanagement: Eine Erfolgsgeschichte

Die Scan Cars sind ein nächster wichtiger Schritt bei der
Modernisierung der Parkraumkontrolle. Der erste Schritt war die
Vereinheitlichung der Parkpickerl für alle Bezirke im März 2022. Seit
der Einführung der flächendeckenden Parkraumüberwachung hat sich die
zu kontrollierende Fläche nahezu verdoppelt und war zugleich ein
Meilenstein für den Klimaschutz in der Millionenstadt Wien. So konnte
der Autopendler*innenverkehr reduziert und neue Flächen im
öffentlichen Raum geschaffen werden. Der Anteil an Fahrzeugen mit
Nicht-Wiener Kennzeichen ging um bis zu 89 % zurück, die
Stellplatzauslastung sank mancherorts um bis zu 68 %.

Viele Begrünungsprojekte mit Einführung des flächendeckenden
Parkpickerls

Mit der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls nutzt die
Stadt Wien gemeinsam mit den Bezirken die freigewordenen Flächen, um
weitere Begrünungsprojekte, mehr Platz für FußgängerInnen und neue
Radwege zu schaffen.

So wurde in Floridsdorf die Schleifgasse auf 3.000 m2 entsiegelt
und mit 18 neuen Bäumen begrünt, auch eine eigene
Bezirksradwegoffensive für Floridsdorf wurde 2024 gestartet.
Umgesetzt wurden seither etwa ein neuer Zwei-Richtungs-Radweg in der
Floridsdorfer Hauptstraße – inklusive 50 neuer Bäume – und auch die
Prager Straße und die Angerer Straße erhielten eine sichere
Radverbindung. 2025 wurden u.a. auf der Leopoldauer Straße insgesamt
1,2 km beidseitige Ein-Richtungs-Radwege errichtet und 17 neue Bäume
gepflanzt. Aktuell in Bau ist der Radweg in der Brünnerstraße, wo bis
zum Frühling nächsten Jahres von Am Spitz bis zur Karl-Schäfer-Straße
ein rund ein Kilometer langer Zwei-Richtungs-Radweg entsteht. Er
schließt an beiden Enden an bestehende Radwege an und bildet einen
wichtigen Lückenschluss im Hauptradverkehrsnetz. So entsteht eine
über 2,5 Kilometer lange sichere Radverbindung von der Floridsdorfer
Brücke, durch das Zentrum von Floridsdorf, bis hinaus zur
Shuttleworthstraße. Es werden 20 neue Bäume gepflanzt und fast 300 m2
Grünflächen geschaffen.

In der Donaustadt wurde bereits 2022 eine Bezirksradwegoffensive
mit rund 14 km neuer Radinfrastruktur gestartet – seither wurde eine
Vielzahl an Projekten umgesetzt, so gibt es nun etwa auf der
Erzherzog-Karl-Straße, der Breitenleer Straße, der Donaustadt-Straße
oder der Wagramer Straße komfortable neue Radwege. Der über 4 m
breite Zwei-Richtungs-Radweg auf der Wagramer Straße ist Teil von
Wiens 1. Megaradhighway von der Urania bis zum Kagraner Platz.
Entlang der Strecke befindet sich auch Wiens erster Straßenpark auf
einer Länge von über 250 Metern. Zwischen Donauzentrum und
Steigenteschgasse wurden nicht genutzte Straßenbahngleise rückgebaut
und die Nebenfahrbahn zu einem begrünten Aufenthaltsraum mit 60 neuen
Bäumen umgestaltet. Im Fokus der Offensive stehen aber auch
Lückenschlüsse wie An den alten Schanzen, der Direkt-Verbindung
zwischen der Hausfeldstraße und der Seestadt Aspern.

In Hietzing wurde die Altgasse zur Begegnungszone und mit 19
neuen Bäumen zum attraktiven Aufenthaltsort. Ende letzten Jahres
wurde die Auhofstraße auf einer Länge von 1,1 km zwischen
Dommayergasse und Feldmühlgasse zur attraktiven Fahrradstraße
umgestaltet.

Auch in Liesing wurde der neu gewonnene Platz für neue
Radinfrastruktur genutzt, etwa in der Wohnparkstraße, wo es jetzt
statt parkender Autos einen breiten, komfortablen Zwei-Richtungs-
Radweg gibt, der an den Radweg in der Anton-Baumgartner-Straße
anschließt. Die Auer-Welsbach-Straße wurde von der Kirchfeldgasse bis
zur Karl-Heinz-Gasse auf einer Länge von 420 Metern zu einer
fahrradfreundlichen Straße umgestaltet. Ein neuer, direkter Radweg
über den Atzgersdorfer Platz sorgt außerdem für einen zentralen
Lückenschluss beim beliebten Liesingbachradweg, der bisherige Umwege
überflüssig macht. Auch hier wurden zusätzliche Bäume und Sträucher
gepflanzt, in Summe profitieren so alle Wiener*innen und Wiener von
der freigewordenen Fläche.

rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/

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