Jugend Eine Welt-Projektpartnerin im Libanon: „Der Alltag ist zum Überlebenskampf geworden.“

Wien/Beirut (OTS) – Am Jahrestag der verheerenden Hafenexplosion von
Beirut erinnert die
österreichische Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt an die
weiterhin dramatische Situation im Libanon. Die Katastrophe vom 4.
August 2020, bei der große Teile der Hauptstadt zerstört wurden und
hunderte Menschen ihr Leben verloren, hat tiefe Spuren hinterlassen.
Doch die Bevölkerung steht heute erneut vor einer humanitären Krise.
Auslöser ist der kriegerische Konflikt zwischen dem Iran und Israel
bzw. den USA, der aufgrund der Angriffe der Hisbollah auf Israel auch
den Libanon in den Konflikt mithineinzog. Die Folge: Das einst
prosperierende Land ist massiv destabilisiert. Millionen in der
Bevölkerung sind auf Hilfe angewiesen. „Die Menschen im Libanon haben
in den vergangenen Jahren eine Krise nach der anderen erlebt. Die
Hafenexplosion in Beirut, die schwere Wirtschaftskrise, die Pandemie
und nun erneut Krieg und Vertreibung. Was besonders betroffen macht,
ist, dass viele Familien nie die Chance hatten, sich von den früheren
Schicksalsschlägen zu erholen. Umso wichtiger ist unsere Hilfe vor
Ort“ , erklärt Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine
Welt .

Krieg verschärft humanitäre Katastrophe
Seit Beginn der neuen Kampfhandlungen Anfang März sind insbesondere
der Süden des Libanon, das Bekaa-Tal und die südlichen Vororte von
Beirut betroffen. Während die Bombardierungen der Hauptstadt aktuell
beendet sind, bleibt die Zerstörung vielerorts sichtbar: Ganze
Wohnviertel sind beschädigt, zahlreiche Familien können nicht mehr in
ihre Häuser zurückkehren. „Die offiziellen Statistiken sind
erschreckend. Derzeit benötigen 2,70 Millionen Menschen dringend
humanitäre Hilfe, darunter libanesische Staatsbürger, syrische und
palästinensische Flüchtlinge sowie Arbeitsmigranten. Mehr als eine
Million Menschen haben kein Zuhause mehr. Tausende unschuldige
Menschen wurden getötet, darunter Kinder, Frauen, ältere Menschen,
Pflegekräfte und Rettungskräfte“ , erzählt Schwester Lina,
Projektpartnerin von Jugend Eine Welt in Beirut.

Laut der Don Bosco-Schwester sei der Alltag zu einem täglichen
Überlebenskampf geworden, ein normales Leben existiere nicht mehr.
„Die Menschen sind von Angst und Erschöpfung gezeichnet. Sie haben
alles verloren. Ihre Häuser, ihre Arbeitsplätze und ihre Sicherheit.
Viele Familien mussten innerhalb weniger Minuten fliehen und konnten
nur die Kleidung mitnehmen, die sie am Körper trugen. Nun sind sie im
eigenen Land obdachlos. Ganze Gemeinden wurden von der Landkarte
ausgelöscht.“

Die erneute Gewalt hat auch alte Traumata wieder aufbrechen
lassen. Die Geräusche von Drohnen und Explosionen erinnern viele
Menschen an die Hafenexplosion von 2020. Besonders Kinder und
Jugendliche leiden unter Angst, Schlafproblemen und fehlender
Perspektive. „Viele Menschen im Libanon tragen nicht nur die Wunden
der aktuellen Gewalt, sondern auch die Last jahrelanger Krisen.
Kinder wachsen in einer Realität auf, in der Unsicherheit und Verlust
zum Alltag gehören“ , so die Ordensfrau.

Jugend Eine Welt hilft mit Bildung, medizinischer Versorgung und
Nothilfe
Gemeinsam mit den Don Bosco-Schwestern unterstützt Jugend Eine Welt
die Menschen vor Ort mit Bildungsangeboten, medizinischer und
psychologischer Hilfe sowie direkter Nothilfe. Das ehemalige
Schulgebäude der Ordensgemeinschaft (Anm.: Es musste aufgrund der
Wirtschaftskrise bzw. der Corona-Pandemie geschlossen werden) wurde
in ein soziales und pädagogisches Zentrum umgewandelt, das heute
Kindern, Jugendlichen und Familien einen sicheren Ort bietet. Dort
werden Lernprogramme (u.a. betreutes Lernen am Nachmittag, Schulungen
in Robotik), Jugendarbeit, medizinische Versorgung, psychologische
Betreuung sowie Ausbildungsangebote (Seifen- und Nähwerkstatt) für
Frauen umgesetzt. Bedürftige Familien erhalten zudem Unterstützung
bei der Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und dem dringend
benötigten Wohnraum. „Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig
starke lokale Partner sind. Unsere Don Bosco-Partnerinnen im Libanon
erreichen Menschen direkt und geben ihnen nicht nur konkrete Hilfe,
sondern auch Hoffnung und Perspektive“ , betont Reinhard Heiserer.

Traum von einer Zukunft ohne Angst
Die größten Herausforderungen sind derzeit die Versorgung mit
Medikamenten, leistbarem Wohnraum und der Erhalt von
Bildungsangeboten. Laut Sr. Lina können sich viele Familien selbst
grundlegende Medikamente nicht mehr leisten, während steigende Mieten
und die zerstörte Infrastruktur immer mehr Menschen an den Rand der
Verzweiflung bringen. Gleichzeitig drohe eine Bildungskatastrophe,
wenn Kinder aufgrund des Krieges und fehlender finanzieller Mittel
den Schulbesuch dauerhaft verlieren. „Wir glauben weiterhin daran,
dass Frieden möglich ist. Wir träumen von einer Zukunft, in der
Kinder in Klassenzimmern statt in Schutzräumen sitzen und Menschen
ohne Angst leben können“ , so die Jugend Eine Welt-Projektpartnerin .
„Doch solange über unseren Köpfen Drohnen kreisen, erscheint dieser
Traum wie eine ferne Illusion.“

Heiserer abschließend: „Jede Unterstützung hilft unmittelbar: Sie
ermöglicht einer Familie Lebensmittel, einem kranken Menschen
dringend benötigte Medikamente oder einem Kind den Zugang zu Bildung.
Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende!“

Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000 |
Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden | Spenden sind
steuerlich absetzbar!

Weiterführende Informationen unter www.jugendeinewelt.at .

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at

Redaktioneller Anspruch

Bauguide erklärt komplexe Bau- und Wohnthemen verständlich, praxisnah und mit Blick auf österreichische Rahmenbedingungen.