Wien (OTS) – Die diesjährige Pollensaison tritt mit der Blüte von
Beifuß und
Ragweed in ihre letzte Phase ein. Diese ist regional in Österreich
aber durchaus unterschiedlich, berichten der Pollenservice Wien der
MedUni Wien sowie der Pollenwarndienst Salzburg. Beifuß und Ragweed
sorgen bei Betroffenen bereits bei eher geringen
Pollenkonzentrationen für allergische Symptome. Beifuß wächst vor
allem in den Tieflagen und in Gesamtösterreich. Ragweed hingegen hat
seinen Verbreitungsschwerpunkt im Süden und Osten Österreichs. In
Salzburg findet man Ragweed und spät blühende, neophytische
Beifußarten sehr selten. Das macht Salzburg, besonders die
Gebirgsgaue, diesbezüglich für Betroffene zu Erholungsgebieten. Im
Osten und Süden Österreichs hingegen können diese Pflanzen bei
geeigneten Bedingungen im Herbst sogar für eine zweite Welle sorgen.
Die Trockenheit und Hitze der letzten Zeit hemmte das Wachstum
von Beifuß und Ragweed: zahlenmäßig sind es weniger Pflanzen, aber es
ist bekannt, dass Trockenheitsstress Pollen allergener macht.
Zwtl.: Beifuß: Neophyten in Wien; Ruhe in Salzburg
Die Blütezeit von Beifuß umfasst Juli bis September, die
Hauptblütezeit findet Mitte August statt. Diese Blühphase ist
hauptsächlich der heimischen Beifußart, dem Gewöhnlichen Beifuß (
Artemisia vulgaris ), zuzuordnen. Eine Allergie auf Beifuß ist
durchaus häufig, sie befindet sich auf Platz drei der
Pollenallergien, gleich nach den Gräsern und der Birke. Die
Hauptblüte beginnt nun mit Anfang August.
Neben der Blüte des Gewöhnlichen Beifuß spielen im Osten
Österreichs zwei spät blühende Neophyten, der Kamtschatka Beifuß (
Artemisia verlotiorum ) und der Einjährige Beifuß ( Artemisia annua )
eine Rolle. Diese haben 2023 und 2024 für eine zweite Beifußblüte im
Herbst gesorgt, nicht aber im Jahr 2025. Entscheidend dafür sind die
Wetterbedingungen im Herbst und der Klimawandel, wie eine Studie der
MedUni Wien zeigt. Der Pollenservice Wien der MedUni Wien hat daher
phänologische Rundgänge intensiviert.
In der Stadt Salzburg spielt der Einjährige Beifuß eine sehr
untergeordnete Rolle, der Kamtschatka-Beifuß kann im Stadtgebiet als
etabliert bezeichnet werden, nicht aber in den Gebirgsgauen, und der
Gewöhnliche Beifuß kommt im gesamten Gebiet des Bundeslandes Salzburg
vor.
Zwtl.: Ragweed: ein Problem im Osten Österreichs; kein Problem in
Salzburg
Ragweed ( Ambrosia artemisiifolia ) ist schon länger ein Problem
in vielen Teilen Österreichs. Die typischen Fundstellen umfassen
Brachflächen wie Wegränder, Autobahnen, Baustellen und Felder. Der
Pollenflug dauert von August bis in den Oktober, je nach
Wetterbedingungen. Ragweed ist ein bekanntes Problem für den
Gesundheitssektor, die Landwirtschaft aber auch die Instandhalter von
Infrastruktur. Ausreißen der Pflanzen vor der Blüte gilt als
effektivste Methode, ist aber aufwendig.
Dieses Jahr ist durch Trockenheit im Frühsommer geprägt. Das
hatte Folgen für die Entwicklung: Ragweedpflanzen sind zahlenmäßig
weniger und kleiner. Tockenheitsstress ist aber unter anderen
Faktoren ein Auslöser für die Bildung von mehr PR-Proteinen (
Pathogenese-bezogene Proteine), darunter Allergene. Zudem kann der
Ferntransport aus südöstlichen Ländern in Europa schwer vorab
eingeschätzt werden, dieser bestimmt die Pollenkonzentrationen im
Osten Österreichs aber maßgeblich mit.
Maximilian Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien
resümiert: „Zwischen Beifuß und Ragweed gibt es häufig eine
Kreuzreaktion. Das Überschneiden der Blühphasen kann eine
Herausforderung sein, ebenso wie eine Windkonstellation aus dem
Südosten während der Blüte von Ragweed. Die Blüte von Ragweed beginnt
im August im Osten Österreichs, und Betroffene sollten sich
vorsichtshalber aufgrund der erhöhten Allergenität gut vorbereiten,
das auch bei unterdurchschnittlichem Pollenflug.“
Gute Nachrichten: Ragweed ist in Salzburg noch keine
Problempflanze für Allergiker:innen, berichtet der Pollenwarndienst
Salzburg. Derzeit werden Pflanzen durch Vogelfutter oder zugekaufte
Erde eingebracht. Diese Pflanzen können ihre Früchte aufgrund
niedriger Temperaturen im Herbst nicht zur Reife bringen und sind
daher im folgendem Jahr wieder verschwunden. Eine weitere Ausbreitung
ist aber möglich, weil die Wärmeperioden im Herbst länger werden und
sich die Pflanzenart dadurch etablieren und vor Ort fortpflanzen
kann.
Katharina Bastl vom Pollenservice Wien der MedUni Wien fasst
zusammen: „Die Kräuterpollensaison beginnt nun. Wir haben hier in
Österreich zwischen Ost und West ein Kontrastprogramm in dieser Phase
der Pollensaison, das mitunter manchen Betroffenen insbesondere einer
Ragweedpollenallergie ein eher kleinräumiges Ausweichen ermöglicht.“
Zwtl.: Universitäten als Garant für Ethik und Qualität
Heutzutage gibt es Pollenwarnungen aus unterschiedlichsten
Quellen, ob aus Modelldaten oder Verwendung von KI mit teils
zweifelhafter Qualität. Universitäten sind nicht nur unverzichtbar
für die Datenerhebung, sie garantieren auch unabhängige Informationen
und wissenschaftlich fundierte Pollenvorhersagen nach anerkannten
Standards.
Weiterführende Informationen
Website Pollenservice Wien: www.pollenservice.wien
Website Pollenwarndienst Salzburg: https://www.plus.ac.at/umwelt-
und-biodiversitaet/institutionen/pollenwarndienst/aktuelle-
polleninformation/
Social media: “pollenpaar” auf Instagram, Bluesky und TikTok
Link zur MedUni Wien Publikation Beifuß:
https://link.springer.com/article/10.1007/s10453-024-09836-8