Wien (OTS) – „Der Insolvenz-Entgelt-Fonds ist das Sicherheitsnetz,
das
Beschäftigte im Fall einer Insolvenz auffängt. Wenn dieses Netz
reißt, reißt es Familien unverschuldet die finanzielle Grundlage weg.
Wir dürfen nicht erst handeln, wenn das Geld aus ist – wir müssen
jetzt gegensteuern“, sagt Barbara Teiber, Vorsitzende der
Gewerkschaft GPA, mit Blick auf aktuelle Medienberichte über die
angespannte Finanzlage des Fonds. Teiber: „Wir fordern, den
Arbeitgeberbeitrag rasch und unbürokratisch von 0,1 auf 0,2 Prozent
anzuheben – so wie vor der letzten Senkung.“ ++++
Der Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) sichert nicht ausbezahlte
Löhne, Gehälter, Überstunden sowie Sonderzahlungen wie Urlaubs- und
Weihnachtsgeld, wenn Unternehmen insolvent werden. Gewerkschaften und
Arbeiterkammern unterstützen Betroffene bei der Berechnung und
Geltendmachung ihrer Ansprüche; ausgezahlt wird aus dem Fonds.
Spektakuläre Pleiten der vergangenen Jahre – von Kika/Leiner bis
KTM – haben tausenden Beschäftigten den Boden unter den Füßen
weggezogen. In solchen Fällen verhindert der IEF, dass Familien
plötzlich ohne Einkommen dastehen. Der Fonds wird aus den sogenannten
Lohnnebenkosten finanziert – wer diese pauschal kürzt, sägt an der
Absicherung und dem sozialen Schutz für Arbeitnehmer:innen.
„Die öffentliche Hand darf beim wirksamsten Krisenairbag für
Beschäftigte nicht sparen. Der IEF ist kein Nice-to-have, sondern
Grundpfeiler unseres Sozialstaats: Er schafft sofortige Liquidität
für Betroffene, stabilisiert Kaufkraft in den Regionen und
verhindert, dass Menschen unverschuldet in die Schuldenfalle
rutschen“, so Teiber.
„Wer jetzt die Finanzierung des Insolvenz-Entgelt-Fonds stärkt,
verhindert soziale Härtefälle morgen. Jeder Euro aus dem Fonds fließt
direkt zu jenen, die gearbeitet, aber ihr Geld noch nicht bekommen
haben. Das ist nicht nur fair – es ist auch volkswirtschaftlich klug,
weil Kaufkraft und regionale Stabilität gesichert werden“, betont
Teiber.