ImmoScout24-Umfrage: Mehrheit für Beibehaltung befristeter Mieten

Wien (OTS) – Befristete Mietverträge sind ein fester Bestandteil des
privaten
Mietmarkts in Österreich. Rund ein Viertel aller bestehenden
Hauptmieten sind befristet.* Die Hälfte der am Markt verfügbaren
Mietwohnungen wird laut ImmoScout24 mit Befristung angeboten. In der
gesellschaftlichen Debatte geht es unter anderem darum, wie sich
Flexibilität und langfristige Wohnsicherheit miteinander vereinbaren
lassen. Eine von Integral für ImmoScout24.at unter 1.000 Befragten
durchgeführte Umfrage zeigt nun die Stimmungslage der Bevölkerung. 6
von 10 Österreicher:innen sprechen sich für die Beibehaltung
befristeter Mietverträge aus. Ein Viertel ist dagegen, der Rest (16
Prozent) hat dazu keine Meinung.

Zwtl.: Befürworter in Vorarlberg und Tirol, kritische Stimmen in Wien

Die Frage nach der Beibehaltung befristeter Mietverhältnisse
polarisiert und zeigt zudem ein starkes Ost-West-Gefälle. Während
sich 72 Prozent der Befragten in Vorarlberg und Tirol klar für die
Aufrechterhaltung befristeter Mietverhältnisse aussprechen, liegt die
Zustimmungsrate in den restlichen Bundesländern bei rund 60 Prozent.
Ein ebenso klarer Ausreißer zeigt sich bei der Bundeshauptstadt Wien:
Die Zustimmung liegt hier nur bei 48 Prozent, die Zahl der kritischen
Stimmen jedoch bei 40 Prozent. Tendenziell ist die Zustimmung in
ländlichen Gegenden stärker als in urbanen Gebieten.

Zwtl.: Abschaffung von Befristungen findet bei Mietenden stärkeren
Zuspruch

Erwartungsgemäß sprechen sich Mietende mit 40 Prozent häufiger
gegen die Beibehaltung befristeter Mietverträge aus.
Überdurchschnittlich hoch ist die Ablehnung auch bei Menschen in
Wohnungen mit höchstens zwei Zimmern (36 Prozent) sowie bei Befragten
mit einem Einkommen von bis zu 2.000 Euro (32 Prozent). Am
deutlichsten fällt sie unter Bewohner:innen von Gemeindewohnungen
aus: 44 Prozent plädieren für eine Abschaffung von Befristungen.

Zwtl.: Mietabschlag gleicht Nachteile für viele nicht aus

Für 42 Prozent der Befragten rechtfertigt der im Gesetz
festgelegte Abschlag von 25 Prozent auf den Mietpreis die Befristung
und gleicht deren Nachteile aus. Fast ebenso viele teilen diese
Einschätzung nicht (38 Prozent), rund ein Fünftel ist unentschieden.

Insgesamt zeigt sich damit ein gespaltenes Meinungsbild. Selbst
unter den Befürworter:innen befristeter Mietverträge sehen lediglich
55 Prozent im Mietabschlag einen ausreichenden Ausgleich (29 Prozent
finden es nicht ausreichend). Am positivsten bewerten ihn Personen
mit höherer Formalbildung und hohem Haushaltseinkommen. Besonders
kritisch sind hingegen Bewohner:innen von Genossenschaftswohnungen
und Gemeindebauten: 54 beziehungsweise 57 Prozent sehen im Abschlag
keine ausreichende Kompensation für die Nachteile einer Befristung.

Zwtl.: Nachteile befristeter Mietverträge weitgehend unbestritten

Die Mehrheit der Bevölkerung sieht klare Nachteile für Mietende
durch befristete Mietverträge. An erster Stelle steht die
Unsicherheit über die Wohnsituation nach Vertragsende, die 58 Prozent
als problematisch empfinden. Mehr als die Hälfte nennt zudem die
fehlende Gewissheit über eine Vertragsverlängerung sowie mögliche
Mieterhöhungen als Nachteile. Rund jede zweite befragte Person sieht
dadurch auch die langfristige Planung von Familie, Beruf und
Ausbildung erschwert oder befürchtet, keine leistbare Wohnalternative
zu finden. Lediglich vier Prozent erkennen keinerlei Nachteile durch
Befristungen.

Über die Studie
Für die ImmoScout24-Trendstudie hat Integral Markt- und
Meinungsforschung im Jänner 2026 für ImmoScout24 1.000
Österreicher:innen von 18 bis 69 Jahren online repräsentativ für
diese Zielgruppe befragt.

1. ^ * Statistik Austria , Wohnen 2025

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