Greenpeace/AK OÖ-Test: Verbotene Chemikalien in Klebetattoos für Kinder gefunden – BILD + GRAFIK

Wien (OTS) – Greenpeace und die Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ)
haben
Klebetattoos für Kinder auf Chemikalien untersuchen lassen. Der
Labortest ( https://act.gp/Tattoo-Report ) zeigt ein erschreckendes
Bild: Von 15 getesteten Produkten sind 13 nicht empfehlenswert. In
einem einzigen Tattoo können bis zu 12 verschiedene, problematische
Chemikalien stecken und so direkt auf der Haut landen. Das Labor wies
in der EU verbotene Chemikalien, Weichmacher, Schwermetalle sowie
PFAS-Gifte nach. Obwohl einzelne gesetzliche Grenzwerte gelten, fehlt
für sensible Kinderhaut der Schutz vor dem kombinierten Chemikalien-
Cocktail. Der für Chemikalien zuständige Minister Norbert Totschnig
muss sich für strengere Chemikalienregeln und ein EU-weites PFAS-
Verbot einsetzen.

Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich:
„Unser Test zeigt, dass mit den Tattoos nicht nur bunter Spaß,
sondern oft auch gefährliche Gifte direkt auf die sensible Kinderhaut
geklebt werden. Es ist verantwortungslos, dass Hersteller und Händler
hier die Gesundheit unserer Kleinsten aufs Spiel setzen und
krebserregende Chemikalien in Produkten landen, die speziell für
Kinder gemacht sind.“

31 problematische Chemikalien in Klebetattoos
Von 15 getesteten Produkten fallen 13 durch und sind laut Greenpeace
nicht empfehlenswert. Insgesamt hat das unabhängige Labor 31
problematische Chemikalien in den bunten Klebebildern nachgewiesen.
In einer einzigen Probe stecken bis zu zwölf Schadstoffe. Vier
Tattoos enthalten die extrem langlebigen PFAS-Ewigkeitsgifte. In
sechs Proben stecken sogar Chemikalien, die in der EU für Kosmetika
oder Spielzeug verboten sind. In fast allen Proben wurden auch die
giftigen Schwermetalle Blei und Nickel nachgewiesen.

Besonders schwer wiegt der Fund von PFAS-Giften, die sich kaum
abbauen und teils Krebs erregen können. In Tattoos von Müller und
Thalia steckt PTFE, also Teflon, das auf Kinderhaut nichts verloren
hat. Bei Amazon herrscht außerdem Intransparenz: Bei allen drei
Produkten fehlt die verpflichtende Angabe der Inhaltsstoffe komplett.
Das Labor fand auch verbotene Weichmacher (DEHP), sowie fünf weitere
verbotene Chemikalien, die möglicherweise Krebs erregen oder die
Fortpflanzung gefährden können.

Dermatologin Dr. med. Alexandra Vent dazu: „ Bei Produkten, die
gezielt für Kinder vermarktet werden und über Stunden auf der Haut
verbleiben, sollte nicht allein die Einhaltung gesetzlicher
Grenzwerte im Vordergrund stehen. Ebenso wichtig ist die Frage, ob
jede einzelne chemische Substanz tatsächlich erforderlich ist oder ob
sich technisch vermeidbare Verunreinigungen weiter reduzieren lassen.
Aus medizinischer Sicht sollte hier das Vorsorgeprinzip gelten. “

Greenpeace fordert stärkere Chemikalienregeln
Der Test deckt ein systematisches Versagen bei der Produktsicherheit
auf. Greenpeace fordert vom zuständigen Minister Totschnig sich für
ein lückenloses PFAS-Verbot sowie strengere Chemikalienregeln
einzusetzen. Dabei müssen auch Cocktail-Effekte bei den Grenzwerten
berücksichtigt werden. Doch nicht nur die Politik ist gefragt. „ Die
belasteten Klebetattoos müssen sofort aus allen Regalen und Online-
Shops verschwinden. Händler und Hersteller müssen jetzt Verantwortung
übernehmen und die Gesundheit unserer Kinder zur obersten Priorität
machen “, so Drescher.

Der vollständige Report “ Chemie auf der Haut “ steht hier zur
Verfügung: https://act.gp/Tattoo-Report

Grafiken, Bildmaterial und Audio-O-Töne finden Sie unter:
https://act.gp/4f9mN8c
Unter Verwendung der Credits “ © Mitja Kobal / Greenpeace” stehen die
Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.

Inhalte auf einen Blick

– Thema/Anlass: Chemikalien-Tests von Klebetattoos für Kinder und
Erwachsene.

– Datenbasis/Ergebnis: 13 von 15 Tattoos nicht empfehlenswert. 31
verschiedene Chemikalien gefunden, u.a. Weichmacher, Schwermetalle,
verbotene Chemikalien und PFAS. Bis zu 12 Chemikalien in einer
einzelnen Probe.

– Hauptforderung: Verbot von PFAS und strengere gesetzliche Regeln
für Chemikalien-Cocktails.

– Akteur:innen/Adressat: Händler und Hersteller, Europäische Union,
Minister Totschnig

– Quelle/Material: Greenpeace Österreich und Arbeiterkammer
Oberösterreich / Analyse und Bildmaterial: https://act.gp/Tattoo-Test
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