Wien (OTS) – Während Österreichs Betriebe unter Rekordabgaben,
schwacher
Konjunktur und steigenden Kosten leiden, sorgen die Pflichtkammern
weiterhin für Empörung. Nach den jüngsten Berichten über ein
Gehaltsplus von rund 8.000 Euro jährlich für eine neue Führungskraft
in der Wirtschaftskammer wird einmal mehr deutlich: Statt konsequent
zu sparen und Strukturen zu reformieren, bedient sich der
Kammerapparat weiterhin selbst.
Für die Freiheitliche Wirtschaft (FW) ist klar: Diese Entwicklung
ist kein Einzelfall, sondern symptomatisch für ein System, das sich
über Jahrzehnte verselbstständigt hat. Während Unternehmer und
Arbeitnehmer jeden Euro zweimal umdrehen müssen, gelten in den
Kammern offenbar andere Maßstäbe. Aufgeblähte Strukturen, hohe
Gehälter, Privilegien und mangelnder Reformwille beschädigen das
Vertrauen der Mitglieder nachhaltig.
Besonders unverständlich ist, dass die notwendige Reformdebatte
nicht nur in der Wirtschaftskammer verschleppt wird, sondern an den
übrigen Pflichtkammern völlig vorbeizugehen scheint. Auch die
Arbeiterkammer denkt trotz massiv gestiegener Einnahmen nicht daran,
ihre Mitglieder durch eine Senkung der Umlagen zu entlasten. Seit
2004 sind die Einnahmen der AK um rund 130 Prozent auf mittlerweile
mehr als 600 Millionen Euro gestiegen.
Für die FW zeigt sich damit ein alarmierendes Gesamtbild: Während
Österreich wirtschaftlich immer weiter zurückfällt, schwimmen die
Systeminstitutionen im Geld ihrer Zwangsmitglieder. Anstatt ihre
Apparate zu verschlanken, Kosten zu senken und Pflichtbeiträge zu
reduzieren, werden Privilegien verteidigt und Reformen auf die lange
Bank geschoben.
FW-Bundesobmann-Stellvertreter NAbg. Michael Fürtbauer fordert
daher einen echten Neustart: „Die Kammern müssen endlich wieder den
Mitgliedern dienen und nicht umgekehrt. Schluss mit
Selbstbedienungsmentalität, aufgeblähten Strukturen und immer neuen
Privilegien auf Kosten der Unternehmer und Arbeitnehmer. Österreich
braucht schlanke, transparente und sparsame Interessenvertretungen
und endlich eine deutliche Senkung der Zwangsbeiträge.“