Oberösterreich, Salzburg (OTS) – Knapp ein Jahr nach dem Start des
Innovationsprojekts präsentiert
Unternehmerin Teresa Millinger gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin
Grace Sheehan die erste Pilotanlage von „Ecocircling“. Mit der nun in
Betrieb genommenen Anlage wird das System erstmals unter realen
Betriebsbedingungen eingesetzt. Der laufende Betrieb dient dazu,
Sensorik und Regeltechnik der modularen Aquaponik-Anlage
kontinuierlich weiter zu optimieren.
Das Projekt ist eine regionale Antwort auf die Abhängigkeit vom
Weltmarkt. Denn der Bedarf ist groß: 70.000 Tonnen Fisch werden jedes
Jahr in Österreich gegessen, 65.000 Tonnen davon müssen trotz unserer
hohen Dichte an sauberen Gewässern importiert werden. Gleichzeitig
steigt die Nachfrage nach heimischem Speisefisch sowohl in
Privathaushalten als auch in Hotellerie und Gastronomie, während die
Preise aufgrund der herausfordernden geopolitischen Lage und
anhaltender Lieferkettenprobleme stetig steigen.
Zwtl.: Moderne Fischzucht „Made in Austria“
Den Meilenstein präsentierten die beiden Unternehmerinnen im
Gewerbepark Wildenau in Oberösterreich der Öffentlichkeit. Herzstück
der Pilotanlage sind kompakte Plug-in-Systeme („Cubes“), in denen
Fischzucht und Pflanzenproduktion in einem geschlossenen
Wasserkreislauf kombiniert werden: Das nährstoffreiche Wasser aus den
Fischbecken versorgt die Pflanzen, die das Wasser gleichzeitig
biologisch reinigen, was in Fachkreisen unter dem Begriff „Aquaponik“
bekannt ist. Eine eigens entwickelte Filtertechnik sowie moderne
Sensorik sorgen dafür, dass Ressourcen wie Wasser und Energie
effizient genutzt und hochwertige regionale Lebensmittel produziert
werden.
Mit dem Start des Pilotbetriebs beginnt nun die Erprobung unter
realen Bedingungen. In den kommenden Monaten werden Sensorik und
Regeltechnik weiter kalibriert und die biologischen Prozesse laufend
optimiert. Für die technische Umsetzung und den Pilotbetrieb arbeitet
Ecocircling mit AignerX zusammen, einem Unternehmen mit langjähriger
Erfahrung in der Fischzucht.
Zwtl.: Automatisierung und geringerer Energiebedarf durch Sensorik
und KI
Der Name „Ecocircling“ – zu Deutsch Öko-Kreislauf – ist Programm
und steht für das System selbst: 90 Prozent weniger Wasserverbrauch
sowie deutlich geringerer Energiebedarf im Vergleich zur klassischen
Fischzucht sind dadurch möglich. Durch ihre kompakte, moderne
Bauweise lassen sich die Cubes sichtbar in Hotels, Restaurants oder
Unternehmen integrieren und machen regionale Lebensmittelproduktion
unmittelbar erlebbar.
Einsetzbar ist die modulare Lösung ebenso für Gemeinden und in der
Landwirtschaft. Der Einsatz modernster Sensortechnik, die auch die
Grundlage für KI-gestütztes Monitoring und weitgehend automatisierte
Steuerung bildet, lässt sich an unterschiedliche Anforderungen und
Betriebsgrößen anpassen. Schon in der Entwicklungsphase gab es
internationale Nachfrage; die Anlagen sollen künftig in verschiedenen
Größen angeboten werden. Die nun präsentierte Pilotanlage ist auf
eine Jahresproduktion von bis zu neun Tonnen Wels ausgelegt.
Zwtl.: Kurze Transportwege und Regionalität als Wettbewerbsvorteil
Ein weiterer Wettbewerbsvorteil sind die kurzen Transportwege und
die regionale Produktion. Zukünftig können auch grüne Energiequellen
integriert werden, wie etwa Biomasseanlagen, Windräder und
Photovoltaik. Die modulare Bauweise soll einen wirtschaftlichen
Betrieb in unterschiedlichen Einsatzbereichen ermöglichen.
Die Unternehmerin Grace Sheehan zeigt sich vom Erfolg des Ecocircling
-Projekts überzeugt: “Von der ersten Idee bis zu dieser Pilotanlage
haben wir jeden Schritt durchdacht. Die erste Anlage nun tatsächlich
im Betrieb zu nehmen, ist ein besonderer Moment. Viele Länder stehen
vor denselben Herausforderungen: steigende Importabhängigkeit,
Wasserknappheit und der Wunsch nach regionaler
Lebensmittelproduktion. Genau deshalb sehen wir großes
internationales Potenzial für dieses System.”
Geschäftsführerin Teresa Millinger sieht in der Pilotanlage den
entscheidenden Schritt vom Entwicklungsprojekt in die Praxis: „Mit
der Pilotanlage verlassen wir die Konzeptphase. Jetzt zeigen wir
unter realen Bedingungen, dass regionale Fischproduktion mit unserem
modernen Plug-In-System technisch funktioniert. Der laufende Betrieb
liefert uns wertvolle Erkenntnisse für die weitere Optimierung.“
Gemeinsam wollen die beiden Unternehmerinnen mit „Ecocircling“ die
Kreislaufwirtschaft stärken und einen Beitrag zur
Ernährungssicherheit leisten. In den nächsten Monaten soll die
Entwicklung des Systems abgeschlossen werden und kann dann von
Hotels, Gastronomiebetrieben, Gemeinden und landwirtschaftlichen
Betrieben erworben werden.
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