Kunststofftechniker wurde unberechtigt entlassen: AK erreicht 13.620 Euro

Linz (OTS) – Etwas mehr als zwei Jahre lang war ein Mann aus dem
Bezirk
Grieskirchen als Kunststofftechniker beschäftigt. Nach einer
Verletzung an seiner Hand konnte er wegen starker Schmerzen
kurzzeitig nicht mehr arbeiten und war für ein paar Tage im
Krankenstand. Kurz nach seiner Krankmeldung erhielt der Mann per
Einschreiben die fristlose Entlassung. Er wandte sich an die
Arbeiterkammer Oberösterreich, die klarstellte, dass ihr Mitglied
keinen Entlassungsgrund gesetzt hatte. Sie forderte mit Erfolg 13.620
Euro an offenen Entgeltansprüchen ein.

Nach einem Unfall hatte der Kunststofftechniker zuerst noch einige
Tage im Betrieb weitergearbeitet. Dann wurden seine Schmerzen so
stark, dass er zum Arzt ging und für eine Woche arbeitsunfähig
geschrieben wurde. Kurz danach erhielt er unerfreuliche Post von
seinem Arbeitgeber. Er sei fristlos entlassen. Umgehend wandte sich
der Mann an die nächstgelegene Arbeiterkammer.

In einem Schreiben an die Firma stellte die Arbeiterkammer ihre
Sichtweise dar: Der Mann habe keinen Entlassungsgrund gesetzt. Somit
seien noch das offene Monatsgehalt, Entgelt für weitere zwei Monate,
Urlaubsersatzleistung und Sonderzahlungen offen. Das offene Entgelt
forderte die AK für den Mann ein.

Die Firma zahlte nach der ersten Intervention einen Betrag von 5.300
Euro, wollte aber die weiteren offenen Zahlungen von 8.320 Euro nicht
leisten. Mit fadenscheinigen Argumenten versuchte sie, einen
Entlassungsgrund zu liefern. Die AK Oberösterreich stellte klar, dass
der Kunststofftechniker keinerlei Verhalten zeigte, das eine
Entlassung rechtfertigen würde. Daraufhin bot die Firma eine
Vergleichszahlung von 3.000 Euro an.

Offenes Entgelt erst nach Klage
Die AK reichte Klage ein. Noch bevor es zur ersten
Gerichtsverhandlung kam, bezahlte der Betrieb dann doch noch das
gesamte offene Entgelt. In Summe hat der Kunststofftechniker nach
Intervention und Klage 13.620 Euro nachbezahlt bekommen. AK-Präsident
Andreas Stangl betont, dass es wichtig ist, sich gegen
Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzen: „ Wie der Fall unseres
Mitglieds zeigt, geht es oft um viel Geld. Die Arbeiterkammer sorgt
dafür, dass ihre Mitglieder zu ihrem Recht kommen. Wenn es notwendig
ist, selbstverständlich auch vor Gericht. “