Wien (OTS) – Im ganzen Land werden dieses Wochenende gefährliche
Extremtemperaturen erwartet. Insbesondere für ältere Menschen und
kleine Kinder stellen Wüstentage mit Temperaturen ab 35 Grad eine
akute gesundheitliche Gefahr dar. Greenpeace fordert deshalb von Bund
und Ländern ein schnelles Hitze-Notfallpaket mit sechs
Sofortmaßnahmen.
Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in
Österreich: “Die bevorstehenden Extremtemperaturen sind eine akute
Gesundheitsgefahr, insbesondere für ältere Menschen und Kinder.
Österreich ist auf eine solche Hitzenotlage nur unzureichend
vorbereitet.
Mittelfristige Maßnahmen, wie die Entsiegelung von Betonwüsten und
eine Sanierungsoffensive, sind längst überfällig. Jetzt brauchen die
Menschen aber unbedingt Notfallmaßnahmen, die sofort entlasten.”
Die sechs Notfallmaßnahmen:
– Gratis öffentliche Bäder: Abkühlung ist bei Hitze ein Muss und darf
nicht am Geldbeutel scheitern. Deshalb müssen öffentliche Bäder in
ganz Österreich an Tagen mit 35 Grad oder mehr für alle kostenlos
geöffnet werden.
– Zugang zu kühlen Innenräumen für alle!
Wenn die eigene Wohnung zur Hitzefalle wird, braucht es
Ausweichmöglichkeiten. In Städten müssen gekühlte und konsumzwang-
freie Orte innerhalb von 15 Minuten erreichbar sein. Dafür müssen
etwa öffentliche Gebäude auch am Wochenende geöffnet werden.
– Gratis Trinkwasser: Viel Trinken ist bei Hitze unerlässlich.
Deshalb braucht es in ganz Österreich mehr mobile Brunnen im
öffentlichen Raum. Spätestens ab 35 Grad sollten zudem Restaurants
und Cafes verpflichtet werden, kostenloses Trinkwasser zur Verfügung
zu stellen.
– Hitzefrei in Schulen: Ab 30 Grad im Klassenzimmer ist
konzentriertes Lernen unmöglich. Schulen müssen sich entsprechend
anpassen und an kühleren Orten unterrichten oder die Schüler:innen
vom Unterricht befreien.
– Gratis Öffis für alle!
Autos sind besonders im Sommer fahrende Heizungen. In Wien etwa
verursacht der Pkw-Verkehr jeden Tag zwischen 13 und 20
Gigawattstunden Abwärme. Daher sollte insbesondere an Tagen mit
extremer Hitze der Umstieg auf Bus und Bahn gefördert werden.
Veraltete, nicht klimatisierte Garnituren sollten rasch ersetzt
werden.
– Turbo für Hitzeschutz in Mietwohnungen: Auch Mietende haben ein
Recht auf Hitzeschutz. Simple Maßnahmen wie der Einbau von
Außenjalousien dürfen nicht länger von Vermieter:innen und anderen
Hausparteien blockiert werden können. Auch die mietrechtlichen Hürden
für den Einbau von Wärmepumpen mit aktiver Kühlung müssen gesenkt
werden.





