Tiefengeothermie-Anlage Aspern: Fördertests übertreffen Erwartungen deutlich

Wien (OTS) – Wärme aus Wien für Wien, klimaneutral ganzjährig
verfügbar – genau
dieses Zukunftsversprechen der Tiefengeothermie rückt für Wien in
greifbare Nähe. Denn Wien Energie und OMV sind ihrem Ziel in Aspern
einen entscheidenden Meilenstein nähergekommen: Ab Herbst 2025 wurde
dort erstmals Formationswasser aus rund 3.000 Metern Tiefe an die
Oberfläche gefördert und im Zuge eines „Looptests“ auch wieder in den
tiefen Untergrund zurückgeleitet. Die Ergebnisse dieses Tests
übertreffen die bisherigen Erwartungen deutlich. Die Anlage könnte
bis zu 25.000 durchschnittliche Wiener Haushalte klimaneutral mit
Fernwärme versorgen – unglaubliche 5.000 Haushalte mehr als
ursprünglich geplant.

„Die Resultate des Tests sind ein großer Erfolg und ein wichtiger
Schritt für Wien. Unsere Hoffnungen haben sich mehr als erfüllt und
die Prognosen der Leistungskapazität der Tiefengeothermie in Aspern
weit übertroffen. Die Tests liefern ein sensationelles Ergebnis“ ,
sagt Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener
Stadtwerke. „Hier in Aspern werden wir regionale, erneuerbare Wärme
in Wien für Wien gewinnen. So werden wir Schritt für Schritt
unabhängig von importierten fossilen Energieträgern. Für die
Wienerinnen und Wiener bedeutet das langfristig mehr
Versorgungssicherheit und stabilere Preise.“

Zwtl.: Tiefengeothermie hat in Wien enormes Potenzial

Erwartet hatten OMV und Wien Energie Formationswasser mit etwa
100 Grad Celsius zu fördern. Im Zuge der Testungen wurden
Temperaturen von 104 Grad Celsius gemessen. Auch die verfügbare
Durchflussmenge gibt Anlass zu großem Optimismus. Die prognostizierte
thermische Leistung von 20 Megawatt könnte mit diesen hervorragenden
Parametern deutlich übertroffen werden. Mit 25 Megawatt Leistung
könnte Wiens erste Tiefengeothermie-Anlage ab 2028 25.000 Wiener
Haushalte mit Heizung und Warmwasser versorgen. Die neu gewonnenen
Zahlen gehen weit über ohnehin schon sehr ambitionierte Prognosen
hinaus und bestätigen OMV und Wien Energie im intensiven Bemühen zur
Wärmegewinnung durch Tiefengeothermie.

„Die Ergebnisse der Tests haben unsere Erwartungen deutlich
übertroffen und zeigen damit eindrucksvoll, welchen Beitrag
umfassende Expertise und langjähriges Know-how zur erfolgreichen
Umsetzung zukunftsweisender Projekte leisten“ , sagt Berislav Gašo,
Executive Vice President Energy und Mitglied des Vorstands von OMV.
„Diese Potenziale nutzbar zu machen, unterstreicht einmal mehr
unseren Anspruch, innovative und verlässliche Lösungen für eine
klimaneutrale Energiezukunft zu liefern.“

Zwtl.: Testung geschlossener Kreislauf

Bei einem ersten Test im Herbst 2025 wurden mehr als 3.000
Kubikmeter Formationswasser aus der Tiefe an die Oberfläche
gefördert. In einem weiteren Schritt wurde im Rahmen des Looptests
der Betrieb im geschlossenen Kreislauf erstmals erfolgreich getestet.
Dabei wurde das Wasser durch die sogenannte Produktionsbohrung
gefördert und durch Injektionsbohrungen wieder in die betreffende
Gesteinsschicht, das Aderklaaer Konglomerat, zurückgeführt.

Der Looptest zeigt eindrucksvoll, wie ergiebig und stabil das
Heißwasservorkommen für eine langfristige Nutzung ist. Außerdem wurde
dabei die chemische Zusammensetzung des Formationswassers untersucht.
Die genauen mineralischen Bestandteile zu kennen ist wichtig für den
Bau und reibungslosen Betrieb der Obertageanlage.

„Diese erste Anlage wird die Blaupause für die Nutzung von
Tiefengeothermie in Wien. Bis 2040 werden wir etwa ein Viertel der
Wiener Fernwärme mit Tiefengeothermie erzeugen“ , sagt Wien Energie-
Geschäftsführer Sascha Zabransky. „Wien Energie investiert bis 2030
insgesamt 3,2 Milliarden Euro in die Energiewende. Davon geht etwa
eine Milliarde in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme.
An dieser ersten Tiefengeothermie-Anlage Wiens zeigt sich: Die
Energiewende ist die Gelegenheit, unabhängiger und wirtschaftlich
gestärkt in die Zukunft zu gehen.“

Bohrstart für die erste Tiefengeothermie-Anlage Wiens war im
Dezember 2024. Im Juli 2025 haben Wien Energie und OMV die
Tiefenbohrungen abgeschlossen, ab dem Herbst folgten die Fördertests.
Insgesamt wollen OMV und Wien Energie in Wien bis zu sieben
Tiefengeothermie-Anlagen mit 200 Megawatt Leistung errichten. Die
weitere Planung dieser Anlagen ist von den Erkenntnissen aus der
Pilotanlage in Aspern abhängig.

Zwtl.: Weitere Anlagen in Planung

In den nächsten Monaten folgen die Detailplanung und
Ausschreibung der Komponenten für die sogenannte Obertage-Anlage –
also jenen Teil der Tiefengeothermie-Anlage an der Erdoberfläche, in
der mit Wärmetauschern die Wärme aus dem Wasser gewonnen und an das
Fernwärmenetz abgegeben wird. Ab Anfang 2027 wollen Wien Energie und
OMV das Anlagen-Gebäude errichten und anschließend die
Anlagenkomponenten einbauen. Aufgrund der Dauer von Ausschreibungs-
und Genehmigungsverfahren sowie Lieferzeiten ist mit einer
Inbetriebnahme der Anlage Anfang 2029 zu rechnen.

Parallel zur Errichtung der Anlage in Aspern arbeiten OMV und
Wien Energie im Joint Venture deeep bereits an Plänen für die
nächsten Anlagen. Insgesamt könnte mit der Tiefengeothermie künftig
nachhaltige Wärme für umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte erzeugt
werden.

Eckdaten Tiefengeothermie-Anlage Aspern

Anlagenstandort: Seestadtstraße 17, 1220 Wien

Geplante Leistung: rund 25 Megawatt thermisch (inkl. Wärmepumpen
von Wien Energie)

Fernwärme für umgerechnet rund 25.000 Wiener Haushalte

Bohrbeginn: Dezember 2024

Geplante Inbetriebnahme: 2029

Geplantes Investitionsvolumen: rund 90 Millionen Euro. Das
Projekt wird aus den Mitteln der Umweltförderung des
Klimaschutzministeriums, durch den Klima- und Energiefonds sowie die
Europäische Investmentbank gefördert.

Bildmaterial: https://wienenergie.at/media-14

Über OMV

Es ist unser Unternehmenszweck, die Grundlagen für ein
nachhaltiges Leben neu zu erfinden. OMV wandelt sich zu einem
integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und
Chemikalien. OMV strebt an, bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen
zu erreichen. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von
EUR 24 Milliarden und beschäftigte rund 22.300 talentierte
Mitarbeiter:innen weltweit. Zu den wichtigsten strategischen
Beteiligungen von OMV gehören OMV Petrom mit 51,2 Prozent und Borouge
International mit 50 Prozent. OMV Aktien werden an der Wiener Börse (
OMV) sowie in den USA an der OTCQX (OMVKY, OMVJF) gehandelt. Weitere
Informationen auf www.omv.com.

Über Wien Energie

Wien Energie ist der größte regionale Energieanbieter
Österreichs. Das Unternehmen ist Teil der Wiener Stadtwerke-Gruppe
und versorgt rund zwei Millionen Menschen und 230.000 Gewerbe- und
Industrieanlagen zuverlässig mit Energie. Die Strom- und
Wärmeproduktion stammt aus Kraft-Wärme-Kopplung, Abfallverwertung und
erneuerbarer Energie wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft sowie
Biomasse. Wien Energie baut den Anteil erneuerbarer Energieträger
massiv aus und leistet einen aktiven Beitrag am Weg zur
Klimaneutralität 2040. Informationen zum Unternehmen finden Sie
online unter www.wienenergie.at