Wien (OTS) – Bauarbeiter starten ihren Tag, wenn andere noch
schlafen. Viele sind
ab vier Uhr früh unterwegs und meist schon ab sechs Uhr auf der
Baustelle im Einsatz. Wenn die Temperaturen gegen Mittag ihren
kritischen Höhepunkt erreichen, haben viele bereits sieben und mehr
Stunden schwer gearbeitet. Genau dann – in diesen Mittagsstunden –
greift die Möglichkeit auf Hitzefrei ab 32,5 Grad Celsius. Es geht
also nicht um ganze Tage. Es geht um wenige Stunden. Und genau diese
wenigen Stunden können – und müssen – genutzt werden, um Menschen zu
schützen.
Wenige Stunden, die den Unterschied machen
Die Hitzefrei-Regelung nach dem Bauarbeiter-
Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) setzt bei 32,5 Grad
Celsius im Schatten an. Diese Temperaturen werden erst um die
Mittagszeit erreicht. Für Beschäftigte, die bereits seit dem frühen
Morgen im Einsatz sind, sind genau das die körperlich kritischsten
Stunden: Der Organismus ist erschöpft, der Kreislauf belastet, die
Unfallgefahr steigt. Hitzefrei in diesen Stunden zu gewähren bedeutet
nicht, den Arbeitstag zu verlieren. Es bedeutet, in den
gefährlichsten Stunden die Arbeit einzustellen.
Die Möglichkeit ist da – sie muss genutzt werden
Wer als Auftraggeber oder Bauunternehmer Verantwortung für seine
Beschäftigten übernimmt, hat die Werkzeuge dafür. Die Kosten für
Hitzefrei werden über die BUAK abgewickelt – Beschäftigte erhalten
rund 60 Prozent ihres Lohns weiterbezahlt, der Betrieb wird
entlastet. Es braucht keine neuen Gesetze für diesen ersten Schritt.
Es braucht den Willen, die bestehenden Möglichkeiten zu nutzen.
Betriebe, die das bereits leben, zeigen: Es geht. Es ist
organisierbar. Und es ist das Richtige.
„Unsere Bauarbeiter sind seit dem frühen Morgen im Einsatz. Wenn
die Hitze gegen Mittag ihren Höhepunkt erreicht, sind sie bereits
körperlich am Limit. Genau für diese wenigen Stunden nach Erreichen
des körperlichen Limits gibt es die Möglichkeit auf Hitzefrei. Genau
diese Möglichkeit muss genutzt werden. Wer das tut, übernimmt
Verantwortung. Wer das nicht tut, gefährdet die Gesundheit seiner
Beschäftigten“, so Abg. z. NR Josef Muchitsch, GBH-
Bundesvorsitzender.
„Die coolste Baustelle Österreichs“
Es geht. Das zeigen Betriebe in ganz Österreich, die Hitzeschutz
nicht als Pflicht verstehen – sondern als Haltung. Sie stellen
Trinkwasser bereit. Sie sorgen für Beschattung. Sie richten gekühlte
Pausenräume ein. Und sie gestalten den Arbeitsbeginn so, dass die
wenigen heißesten Stunden des Tages bewusst einkalkuliert werden. Die
Gewerkschaft BAU-HOLZ macht diese Betriebe im Rahmen der GBH-
Hitzetage sichtbar.
Hitze.App: sofort wissen, wann es so weit ist
Die Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in Echtzeit an, ob
die 32,5-Grad-Schwelle erreicht ist – abgestimmt mit den Wetterdaten
der GeoSphere Austria. Für Beschäftigte, Betriebe und Auftraggeber
gibt es damit keine Ausrede mehr für Unwissenheit. Ein Blick aufs
Handy – und alle wissen, ob die Voraussetzungen für Hitzefrei erfüllt
sind. Kostenlos, für iPhone und Android. Download: gbh-news.at/hitze-
app





