Haubner: Nationalfonds ist auf der Reise zu neuen Formen des Gedenkens

Wien (PK) – Digitale Räume eröffnen neue Formen der
Geschichtsvermittlung.
Zugleich werden aber gerade dort auch historische Fakten verzerrt,
relativiert oder gezielt in Frage gestellt. Eine Konferenz des
Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des
Nationalsozialismus stellte heute unter dem Titel „Gedenken neu
denken“ die Frage, was man diesen Entwicklungen entgegenhalten könne.
In interaktiven Workshops erarbeiteten die Teilnehmer und
Teilnehmerinnen der Konferenz, neue und zielgruppenspezifische
Ansätze für das Erinnern und den Kampf gegen Holocaust-Leugnung und
Geschichtsverzerrung.

Ideen zu neuen Formaten des analogen und digitalen Gedenkens

In interaktiven Gestaltungs-Sessions wurden von den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ideen gesammelt, weiterentwickelt und
zu möglichst konkreten Handlungsansätzen verdichtet. Die erarbeiteten
Konzepte wurden dann in einem „Idea Walk“ vorgestellt. Vorgestellt
wurde etwa die Idee eines Festivals für Zivilcourage, das besonders
junge Menschen ansprechen soll, oder die Idee eines KI-Tools, das
ermöglicht, die Lebensgeschichte eines Holocaust-Opfers zu erkunden,
dessen Biographie Berührungspunkte mit der eigenen Lebenswelt und den
eigenen Interessen hat.

Unter anderem wurden Ideen zur Schaffung neuer Räume an Schulen,
in denen Jugendliche das Thema erarbeiten können, und zu einer
„Podcast-Academy“ für Influencer in der Gedenkarbeit präsentiert.
Mehrere der erarbeiteten Projekte fokussieren sich auf digitale
Formate der Gedenkarbeit und zeitgemäße Vermittlung über Social Media
für verschiedene Zielgruppen in der Jugendarbeit. In der
Erwachsenenbildung sah eine Arbeitsgruppe die Möglichkeit, neue
Zielgruppen zum Thema Menschenrechte zu erreichen.

Haubner: Motivation für neue Formen des Gedenkens

Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner zog im Gespräch mit
der Moderatorin Rebekka Salzer ein Resümee der Veranstaltung. Er
zeigte sich beeindruckt vom großen Elan und der Begeisterung, mit
denen sich die Diskussionsgruppen dem schwierigen Thema des Gedenkens
angenähert hätten, und den Ideen, die in den Arbeitsgruppen
entstanden seien. Gedenken neu denken bedeute nicht, den Kompass zu
wechseln, sondern neue Wege zu finden, um das Ziel zu erreichen. Das
Ergebnis des Tages gebe ihm Hoffnung für die Zukunft und sei eine
Motivation, den Weg zu neuen Formen der Gedenkarbeit weiterzugehen.
Die Reise, die heute begonnen wurde, müsse weitergehen, betonte
Haubner. Der Nationalfonds werde die Ergebnisse weiter bearbeiten und
versuche, die präsentierten konkreten Projektideen bis zur nächsten
Konferenz des Nationalfonds voranzutreiben und nach Möglichkeit
bereits zur Umsetzung zu bringen. „Gedenken neu denken“ sei keine
einmalige Veranstaltung gewesen, sondern der Beginn einer gemeinsamen
Reise. So werde Erinnerung in die Gegenwart und in die Zukunft
getragen. (Schluss Konferenz) sox

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf
vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments .