Raaba-Grambach (OTS) – 78 Bearbeitungsstationen, 27 Roboterzellen und
eine Taktzeit von 49
Sekunden: PIA Automation entwickelt derzeit im Werk Steyr für die BMW
Group eine hochautomatisierte Großanlage zur Montage von elektrischen
Antriebssystemen. Mit einer Fläche von mehr als 5.600 Quadratmetern,
verteilt auf zwei Ebenen, zählt das Vorhaben zu den umfangreichsten
Projekten in der eigenen Unternehmensgeschichte und verdeutlicht,
dass sich individuelle Automatisierungslösungen, Virtuelle
Inbetriebnahme (VIBN) sowie die Integration in kundenspezifische
Softwarestandards auch bei komplexen Fertigungssystemen erfolgreich
realisieren lassen.
Zwtl.: Virtuelle Inbetriebnahme schafft Planungssicherheit
Um ein Projekt dieser Größenordnung planungssicher und effizient
zu realisieren, setzt PIA Automation bereits ab der Konzeptphase
konsequent auf Methoden der Virtuellen Inbetriebnahme (VIBN). Dabei
werden unter anderem Programmierungen, Bewegungsabläufe und
Prozessketten digital simuliert und validiert, bevor die ersten
physischen Anlagenkomponenten aufgebaut werden. Die daraus gewonnenen
Erkenntnisse fließen unmittelbar in die weitere Systemoptimierung
ein.
Gegenüber der klassischen Abfolge aus Konstruktion, Fertigung,
Montage und Inbetriebnahme lassen sich Engineering- und
Hochlaufprozesse dadurch deutlich beschleunigen. „ Die VIBN reduziert
die Zahl der Review-Schleifen und unterstützt uns dabei,
ressourcenintensive Entwicklungsaufwände zu reduzieren “, erklärt
Markus Harlander, verantwortlicher Projektleiter bei PIA Automation.
„ So können insbesondere während der Ramp-up-Phase enorme Zeitgewinne
erzielt werden, da potenzielle Fehlerquellen bereits in der
virtuellen Umgebung erkannt und behoben werden. “
Zwtl.: Variantenflexibilität ohne Produktivitätsverlust
Eine wesentliche automationstechnische Herausforderung stellt das
vollautomatisierte Verkämmen in der Getriebemontage dar. In dieser
Bearbeitungsstation verzahnt die Anlage drei Zahnräder präzise
ineinander und setzt sie in den Getriebedeckel ein. Die Linie
montiert mehrere Getriebevarianten in Losgröße 1 ohne zusätzlichen
Rüstaufwand. Möglich wird dies durch Wechselgreifer, die sich
automatisch auf die jeweils anstehende Produktvariante einstellen.
Auch die sogenannte „Hochzeit“ von vormontiertem Getriebe und E-
Motor stellt höchste Anforderungen an Prozesssicherheit und
Wiederholgenauigkeit. Die beiden Komponenten werden hierzu in einer
Roboterzelle zusammengeführt und anschließend mithilfe von zwölf
simultan angesteuerten, synchron arbeitenden Schraubern fixiert. Eine
kontinuierliche Qualitätsüberwachung erfolgt über die Erfassung und
Dokumentation von Kraft-Weg-Verläufen, Drehmomenten und Winkeln.
Zwtl.: Integration in kundenspezifische Softwarestandards
Üblicherweise setzt PIA Automation bei seinen Anlagen auf die
eigenentwickelte PIA Industrial App Suite zur Steuerung und
Überwachung von Produktionssystemen. Im vorliegenden Projekt galt
jedoch eine besondere Vorgabe, da die Automatisierungslösung an den
konzernweiten Softwarestandard der BMW Group angebunden werden
musste. Hierfür machten sich die PIA Experten in einer intensiven
Schulungsphase mit der kundenspezifischen Softwareumgebung vertraut,
um eine nahtlose Integration in die bestehende digitale Infrastruktur
des Automobilherstellers sicherzustellen.
Zwtl.: Mehrere PIA Kompetenzzentren gemeinsam beteiligt
PIA Automation entwickelt seit rund 20 Jahren Systeme zur
vollautomatisierten Montage und Qualitätsüberwachung von Komponenten
für die Elektromobilität. Der aktuelle Auftrag zur Antriebsstrang-
Montage ist das erste gemeinsame Projekt von PIA Österreich und dem
BMW Group Werk Steyr. An anderen BMW-Standorten haben PIA Automation
und die BMW Group bereits mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet.
An der Umsetzung dieses Großprojekts sind mehrere
Kompetenzzentren der PIA Gruppe beteiligt. Während PIA Österreich als
Spezialist für Powertrain-Anwendungen die Gesamtverantwortung trägt,
liefert PIA Kroatien komplette Roboterzellen zu. Diese werden am
Standort Zagreb aufgebaut, vormontiert und vorabgenommen, bevor sie
zur Endmontage nach Österreich transportiert werden.
„ Es freut uns besonders, dass unsere langjährige Kompetenz in
hocheffizienter Automatisierungstechnik, unsere Expertise im Bereich
Elektromobilität und die positiven Erfahrungen aus früheren
gemeinsamen Projekten den Ausschlag dafür gegeben haben, dass die BMW
Group zusammen mit uns diese in jeder Hinsicht außergewöhnliche
Anlage realisiert “, sagt Franz Reiter, Business Segment Manager E-
Drive & Powertrain bei PIA Automation. „ Wir liegen voll im Zeitplan
und freuen uns darauf, wenn die Anlage erstmals ihren regulären
Produktionsbetrieb aufnimmt. “ Die Inbetriebnahme der letzten
Linienabschnitte ist für 2027 vorgesehen.
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