Wien (OTS) – Wie verändert Künstliche Intelligenz die Art und Weise,
wie wir
gestalten, entwerfen und produzieren? Welche Rolle spielt der Mensch
künftig im kreativen Prozess? Und entsteht durch den Einsatz
generativer KI eine neue Formensprache? Diesen Fragen widmete sich
die zweite Ausgabe der Veranstaltungsreihe „ Design in Transition by
Lights of Vienna “, die am Mittwochabend unter dem Titel „ Generative
AI and the New Logic of Form “ im Bridge Club in Wien stattfand.
Das Podium war ebenso hochkarätig wie diskussionsfreudig: Unter
der Moderation von Martin Traxl diskutierten der Architekt und KI-
Forscher Matias del Campo , der international renommierte Architekt
Boris Podrecca sowie Industrie-Designer Thomas Feichtner über die
tiefgreifenden Veränderungen, die generative KI derzeit in
Architektur, Produktdesign und kreativen Prozessen auslöst. Im
Mittelpunkt standen die Chancen und Herausforderungen algorithmischer
Systeme sowie deren Einfluss auf Kreativität, Entwurfsprozesse und
die Gestaltung unserer gebauten und gestalteten Umwelt.
KI: Mehr als nur ein technisches Werkzeug
Die Diskussion machte deutlich, dass Künstliche Intelligenz längst
nicht mehr nur als technisches Werkzeug betrachtet werden kann.
Vielmehr verändert sie zunehmend die Art und Weise, wie Ideen
entwickelt, Entwürfe generiert und Entscheidungen im Designprozess
getroffen werden. Gerade im Bereich der Lichtgestaltung eröffnen KI-
gestützte Prozesse neue Möglichkeiten, Lichtstimmungen, räumliche
Atmosphären und individuelle Leuchtenkonzepte bereits in frühen
Entwicklungsphasen zu visualisieren und weiterzuentwickeln. Im
Zentrum standen dabei Fragen nach Kreativität, Autorenschaft und der
Rolle des Menschen in einer zunehmend von Daten und Algorithmen
geprägten Welt.
„Kuratorische Fähigkeiten werden wichtiger“
Thomas Feichtner betonte die Veränderungen, die KI bereits heute im
Designprozess bewirkt: „KI erleichtert den Designprozess. Gute
Konzepte werden schneller sichtbar, kuratorische Fähigkeiten werden
wichtiger, während rein formalästhetische Designzugänge zunehmend
beliebiger werden.“
Auch Boris Podrecca verwies auf die Tragweite der aktuellen
Entwicklungen: „Generative KI ist eine globale Chance mit ungewissem
Ausgang.“
„Wer die Daten gestaltet, gestaltet das Design von morgen“
Matias del Campo hob hervor, dass die Auswirkungen von Künstlicher
Intelligenz weit über die Einführung eines weiteren digitalen
Werkzeugs hinausgehen und künftig alle Bereiche des Gestaltens
beeinflussen werden. Im Verlauf des Abends wurde insbesondere die
Frage diskutiert, auf welchen Grundlagen KI-Systeme arbeiten und
welche Bedeutung die Daten haben, mit denen diese Modelle trainiert
werden.
„Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Maschine den Gestalter
ersetzt. Die entscheidende Frage ist, wem die Daten gehören, mit
denen diese Systeme lernen, und welche Kultur sich darin abbildet.
Wer die Daten gestaltet, gestaltet das Design von morgen“, so del
Campo.
Mit der Veranstaltungsreihe Design in Transition schafft Lights of
Vienna eine Plattform für den Austausch über jene Entwicklungen, die
die Zukunft von Design, Architektur und Kreativwirtschaft prägen. Die
zweite Ausgabe der Reihe zeigte eindrucksvoll, wie stark Künstliche
Intelligenz bereits heute gestalterische Prozesse verändert und
welche Fragen sich daraus für Kreative, Unternehmen und die
Gesellschaft ergeben.
Unter den mehr als 80 Gästen: Designer Atil Kutoglu, Künstlerin
Elisa Alberti, Ballerina Rebecca Horner, Designer Tino Valentinitsch
sowie zahlreiche Vertreter aus Kunst, Kultur, Design und Architektur.
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