Wien (OTS) – Wien, 12.6.26 – Die Wiener Spediteure lehnen die
geplante Paketabgabe
in Höhe von 2 Euro pro Sendung ab und fordern eine Abkehr von diesem
Vorhaben. Die neue Abgabe schadet nicht nur der Logistikbranche,
sondern dem gesamten Wirtschaftsstandort Österreich. Besonders
kritisch ist, dass die Bundesregierung selbst davon ausgeht, mit der
Maßnahme die Paketmenge deutlich zu senken: Laut
Wirkungsfolgenabschätzung soll die Zahl der Pakete um 4 Prozent bzw.
um rund 5,6 Millionen Sendungen pro Jahr zurückgehen.
„Die Paketabgabe ist der falsche Weg. Sie belastet nicht nur die
Logistikbranche, sondern den gesamten Wirtschaftsstandort“, sagt
Jürgen Bauer, Obmann der Wiener Fachgruppe Spedition und Logistik.
„Eine vorsätzlich verursachte Reduzierung der Sendungsmenge gefährdet
Betriebe und Arbeitsplätze.“
Ausnahme nicht konsequent durchdacht
Wie unausgegoren der Entwurf ist, zeigt sich auch bei der
vorgesehenen Ausnahme für Click & Collect: Wer online bestellt und
die Ware beim Händler selbst abholt, soll keine Paketabgabe zahlen.
Aus Sicht der Wiener Spediteure muss diese Ausnahme aber auch für
betreiberunabhängige Paketboxen und Paketshops gelten. Wer online
bestellt und sein Paket außer Haus an einer zentralen Abholstelle
übernimmt, darf gegenüber der Abholung im Geschäft nicht
schlechtergestellt werden.
„Wenn der Gesetzgeber Click & Collect von der Paketabgabe
ausnimmt, dann muss diese Logik auch für betreiberunabhängige
Paketstationen und Paketshops gelten“, sagt Bauer. „Auch dort wird
gebündelt zugestellt, es gibt keine Haustürzustellung und die letzte
Wegstrecke übernimmt der Kunde selbst. Eine Gleichstellung wäre daher
nur konsequent.“
Klimapolitisch sinnvoll
Die Wiener Spediteure verweisen auf den Masterplan Urbane
Logistik der Stadt Wien, der Paketboxen im „Hausschlapfen-Radius“ als
wichtiges Instrument einer klimafreundlichen letzten Meile vorsieht.
Öffentlich zugängliche, betreiberunabhängige Paketboxen helfen dabei,
fehlgeschlagene Zustellversuche und unnötige Leerfahrten zu
vermeiden, Zustellfahrten zu bündeln und damit Verkehr sowie
Emissionen zu reduzieren.
„Wer Paketboxen im sogenannten Hausschlapfen-Radius politisch
will, darf diese Form der gebündelten Außer-Haus-Zustellung nicht
steuerlich schlechterstellen als Click & Collect“, betont Bauer.
„Sonst bremst man genau jene Lösungen, die Verkehr vermeiden und
Emissionen senken.“
Studien zu urbaner Logistik zeigen, dass durch gebündelte
Zustellung an zentrale Abholpunkte CO₂-Emissionen auf der letzten
Meile je nach Konzept um etwa 25 bis 35 Prozent reduziert werden
können. Aus Sicht der Wiener Spediteure wäre eine Erweiterung der
Ausnahme daher ökologisch folgerichtig, technologieneutral und
standortpolitisch sinnvoll.
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