Erst Kastrationspflicht ignoriert, dann ganze Katzenfamilie abgeschoben!

Salzburg/OÖ (OTS) – „Wir staunten nicht schlecht, als wir kürzlich
eine Anfrage aus der
Stadt Salzburg bekamen, ob wir eine ganze Katzenfamilie – Vater,
Mutter und drei Babys – aufnehmen können“, sagt Johanna Stadler,
Geschäftsführerin des Tierschutzhofs Pfotenhilfe. Die junge Frau habe
die Elterntiere als Babys von einem Bauernhof bekommen, hat die
Kastrationspflicht ignoriert und sei nun zeitlich und finanziell mit
der ganzen Sache überfordert. „Das Problem beginnt schon bei der
Übernahme der Katzen von einem Bauernhof, wo sich die Tiere mit hoher
Wahrscheinlichkeit illegal vermehrt haben, da in Österreich nur
Züchter mit speziellen Auflagen von der Kastrationspflicht
ausgenommen sind. Wären die Katzen in einem Tierheim adoptiert
worden, hätte eine entsprechende Aufklärung stattgefunden und es wäre
nicht zu einer weiteren Vermehrung gekommen“, so Stadler weiter.

Zwtl.: Kastrationspflicht ohne Kontrolle zahnlos

Der Tierschutzhof Pfotenhilfe hat die fünfköpfige Familie
aufgenommen und sorgt nun für die Kastrationen, Impfungen,
Parasitenbehandlungen und Chip samt Registrierung. Seit dem Frühjahr
musste die Pfotenhilfe schon dutzende Kätzchenwaisen aufnehmen und
mit dem Flascherl aufziehen. Die Kastrationspflicht, die seit
Inkrafttreten des Bundestierschutzgesetzes vor über 21 Jahren gilt,
wird leider immer noch viel zu oft ignoriert und auch nur nach
konkreten Anzeigen kontrolliert. Oft sind die Tiere nicht zugänglich
oder gar verwildert und müssen von Tierschutzorganisationen mit
Fallen gefangen werden, um sie überhaupt zum Tierarzt bringen zu
können. „Eine Kastrationspflicht, die nicht kontrolliert wird, ist
ein zahnloser Papiertiger. Wir ersuchen daher, uns unkastrierte
Katzen zu melden, damit wir die Behörden informieren und damit
Nachwuchs verhindern können“, sagt Stadler. Meldungen können über das
Kontaktformular auf www.pfotenhilfe.at übermittelt werden und – auf
Wunsch auch anonymisiert – an die Behörden weitergeleitet werden.

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