Friederike Mayröcker im Umlauf der Zeichen – neue Briefmarke der Post

Wien (OTS) – und also ein Aufscheinen, ein Bild, ein zartes
Ernstnehmen der
Sprache selbst: die neueste Briefmarke der Serie „Literatur aus
Österreich“, sie trägt den Namen, nein: sie atmet die Spuren der
Wiener Dichterin, der Schriftstellerin Friederike Mayröcker, und
gleichsam folgt sie – wie in einer schwingenden Erinnerung – auf
Ernst Jandl, den Gefährten, dessen Zeichen im Oktober zuvor in Umlauf
geriet, ein stilles Weiterreichen der Stimmen im Raum.

Die Briefmarke, gestaltet von Roland Vorlaufer, ein Leuchten, ein
Gesicht im Licht, beinahe entzogen, beinahe da – und diese Worte:
„Kein Leben, keine Liebe ohne Literatur“, als hätte man sie aus dem
Atem selbst geschnitten, entnommen einem Porträt des
Deutschlandfunks, 2014, ein 90. Geburtstag, ein Aufleuchten. Alles
verschränkt sich: Schreiben und Dasein, Dasein als Schreiben. Wert: 1
Euro (Tarif: Brief Österreich S), Auflage: 260.000 Stück, und
verstreut nun, in Händen, in Taschen, in den Wegen der Post: in
Postfilialen, im virtuellen Raum von onlineshop.post.at , im Sammler-
Service (Telefon: +43 577 67 – 95095; E-Mail: [email protected]
), ein Fließen, ein Weiterreichen, ein Zirkulieren der Zeichen.

Friederike Mayröcker

1924 – Wien – ein Anfang, und schon früh die Verse, die sich
einstellen, die sich notieren lassen wie flüchtige Berührungen.
Lehrerin, 1946 bis 1969, Stimmen anderer Sprachen im Ohr. Dann die
1950er, das Annähern, das Kreisen um die Avantgarde: Andreas
Okopenko, die „Wiener Gruppe“, ein Erzittern der Literaturformen.
1954: Ernst Jandl, Begegnung, Gefährtschaft, ein Leben lang
ineinander verschränkt, Worte, die sich antworten bis 2000. 2021: ein
Verstummen, ein Weiterleben im Gedächtnis, im Grab bei Jandl – auch
das ein Text, ein letzter Eintrag.

Und sie: Sprachkünstlerin, unermüdlich, mehr als 120 Werke –
Lyrik, Prosa, Hörspiele, Theaterstücke, Kinderbücher – eine
Produktion ohne Stillstand, ein Schreiben als Atmung. Intensität,
Eigenständigkeit, ein Sich-Entziehen und zugleich ein Öffnen,
beeinflusst vom Surrealismus, doch stets ihr Eigenstes. Die
„Zettelhöhle“: Notizen, Zeichnungen, Bücher – ein wuchernder
Innenraum, ein Denken aus Fragmenten. Auszeichnungen, viele: 1969 der
Hörspielpreis der Kriegsblinden für „Fünf Mann Menschen“, 2016 der
Österreichische Buchpreis für „fleurs“. Und dann: November 2024, das
„Mayröcker-Handbuch“, erstmals ein Ganzes, ein Nachschlagewerk zu
Leben, Werk, Wirkung. Ihr Nachlass: aufbewahrt, gesichert, im
Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek – ein
Reservoir, ein fortdauerndes Flüstern.

Fakten auf einen Blick

(Stand: Juni 2026)

– Anlass / Thema: Neue Briefmarke der Serie „Literatur aus
Österreich“ würdigt die Wiener Lyrikerin und Schriftstellerin
Friederike Mayröcker.

– Produkt / Objekt: Von Roland Vorlaufer gestaltete Briefmarke mit
einem Porträt Mayröckers und den Worten „Kein Leben, keine Liebe ohne
Literatur“.

– Kennzahlen: Nennwert 1 Euro (Tarif: Brief Österreich S); Auflage
260.000 Stück.

– Besonderheit: Die Worte „Kein Leben, keine Liebe ohne Literatur“
stammen aus einem Porträt des Deutschlandfunks, das 2014 zu ihrem 90.
Geburtstag veröffentlicht wurde.

– Kontext: Die Briefmarke folgt direkt auf jene von Ernst Jandl, die
im Oktober des Vorjahres vorgestellt wurde.

– Verfügbarkeit: Erhältlich in allen Postfilialen, auf
onlineshop.post.at sowie beim Sammler-Service der Österreichischen
Post.

– Quelle: Österreichische Post AG

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