Wien/Österreich (OTS) – Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA)
treibt die Transformation der
österreichischen Kreislaufwirtschaft zur tragenden Säule der
Industriepolitik voran. Mit einem massiven Investitionspaket mit
Partner:innen von insgesamt 100 Millionen Euro bis Ende 2026 sichert
der Marktführer wertvolle Sekundärrohstoffe für den
Wirtschaftsstandort. Inmitten regulatorischer Unsicherheiten durch
die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) erreicht die ARA einen wahren
Meilenstein: Die ambitionierte EU-Recyclingquote von 50 % für
Kunststoffverpackungen wurde 2025 im Haushaltsbereich erfolgreich
gemeistert.
Angesichts eines stagnierenden Wirtschaftswachstums und strenger
regulatorischer Vorgaben betont die ARA die strategische Bedeutung
der Kreislaufwirtschaft. „Kreislaufwirtschaft ist längst ein
wesentlicher Pfeiler der Industriepolitik, indem sie durch
Rohstoffsicherung die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. In einem Umfeld
aus Unsicherheit und hohen Energiekosten entscheidet
Ressourceneffizienz maßgeblich über Wirtschaftlichkeit“, erklärt ARA
Vorstandssprecher Harald Hauke . „Wir von der ARA stellen uns als
Komplettanbieter der Kreislaufwirtschaft immer breiter auf und
investieren dort, wo industrielle Leistungsfähigkeit in Österreich
ausgebaut werden muss.“ Die Verankerung der Kreislaufwirtschaft als
Schlüsseltechnologie in der Industriestrategie unterstreiche das
Potenzial für die nationale Rohstoffsouveränität.
Zwtl.: 100 Millionen Euro für die Rohstoff-Unabhängigkeit Österreichs
Um die Versorgung der Industrie mit hochwertigen
Sekundärrohstoffen sicherzustellen, hat die ARA ihre Infrastruktur
massiv ausgebaut. Allein im Jahr 2025 konnte sie somit 607.000 Tonnen
Sekundärrohstoffe bereitstellen, davon 103.000 Tonnen
Leichtverpackungen und Metalle, 320.000 Tonnen Papier und 184.000
Tonnen Glas.
Das Fundament bilden zwei Großprojekte im Kunststoffbereich:
– TriPlast: Die Hightech-Sortieranlage in Oberösterreich mit mehr als
60 Mio. Euro Investment ist das Herzstück der Sortierung für
Kunststoff- und Metallverpackungen.
– Sort4cycle: Gemeinsam mit Partnern investiert die ARA 40 Mio. Euro
in diese neue Anlage (Spatenstich April 2026), die ab 2027 das von
der ARA entwickelte und patentierte UPCYCLE -Verfahren im großen
Maßstab nutzt, um bisher nicht recyclingfähige Sortierreste stofflich
zu verwerten.
„Bis Ende 2026 haben wir somit insgesamt allein im
Kunststoffbereich mehr als 100 Millionen Euro investiert, um
Sekundärrohstoffe für die Industrie zu sichern und den
Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken“, betont Hauke .
Zwtl.: Positive Erfolgsbilanz: 50 % Recyclingquote der EU bei
Kunststoffverpackungen erreicht
ARA Vorstand Thomas Eck verkündete im Rahmen des Pressegesprächs
das Erreichen der 50 %-Quote für Kunststoffverpackungen aus dem
Haushaltsbereich. Trotz der Einführung des Einwegpfands verzeichnete
die Sammlung 2025 ein Plus von 7 % bei Verpackungen im Gelben Sack
bzw. der Gelben Tonne, die nicht vom Einwegpfand betroffen sind.
Besonders Wien stach mit einer Steigerung von 14 % bei der Nettomenge
hervor, gefolgt von den Bundesländern Tirol mit 10 % und Vorarlberg
mit 8 %. „Die getrennte Verpackungssammlung muss einfach sein, um zu
funktionieren. Durch den Ausbau der Ab-Haus-Abholung erreichen wir
mittlerweile 2,2 Millionen Haushalte direkt vor der Tür. Die
Österreicher:innen vertrauen seit über 30 Jahren auf unser System.
Dieses gewachsene Bewusstsein kombiniert mit der einfachen,
gemeinsamen Sammlung von Verpackungen in der Gelben Tonne bzw. dem
Gelben Sack ist der entscheidende Hebel für unseren Erfolg“, so Eck .
Zwtl.: Appell an die Politik: „Konstruktionsfehler“ in der EU-
Gesetzgebung beheben
Trotz der Erfolge übt die ARA deutliche Kritik an der zeitlichen
Abfolge der EU-Regulierungen (PPWR). Während Sammel- und
Recyclingquoten bereits greifen, folgen verbindliche
Designrichtlinien und Rezyklat-Einsatzquoten erst Jahre später. „Es
ist ein Konstruktionsfehler, dass man zuerst Recyclingquoten
vorgegeben hat, aber Jahre wartet, bis die Hersteller:innen das
Material dann verwenden müssen“, so Hauke . Die ARA versteht sich
hier als „Anwalt“ der heimischen Wirtschaft und fordert eine engere
Kopplung der Zielvorgaben sowie Klarheit über die geplanten
Rechtsakte der EU-Kommission. Zeitgleich steht die ARA eng im
Austausch mit den österreichischen Unternehmen und hat das
Beratungsangebot rund um die PPWR massiv ausgebaut, etwa durch mehr
persönliche Beratungen, vor Ort oder als Webinar – mit 17 PPWR-Events
2025 und 2026 hat sie rund 2.000 Teilnehmende aus Industrie und
Handel bisher erreicht.
Zwtl.: Innovation in der „Königsdisziplin“: Forschung für
lebensmitteltaugliche Rezyklate
Um die Qualität der Sekundärrohstoffe weiter zu steigern, setzt
die ARA als Komplettanbieter der Kreislaufwirtschaft auf gezielte
Kooperationen mit Forschung und Industrie. Im Fokus steht die
Gewinnung lebensmitteltauglicher Rezyklate. Gemeinsam mit
Partner:innen arbeitet die ARA an Pilotprojekten wie dem
Mehrwegbecher für den diesjährigen Eurovision Song Contest, um die
extrem hohen Sicherheitsanforderungen für Lebensmittelverpackungen zu
erfüllen, die aktuell nur durch chemisches Recycling sichergestellt
werden können. Eck betont: „Lebensmitteltaugliche Rezyklate durch
mechanische Aufbereitung von Polyolefinen und Polystyrol sind die
Königsdisziplin des Recyclings und unser Ziel. Wir wollen höchste
Qualitäten sichern, damit aus einer Verpackung morgen wieder eine
sichere Lebensmittelverpackung werden kann.“
Zwtl.: Textilrecycling: Realismus statt „Gold Plating“
Ein weiteres Zukunftsthema ist das verpflichtende Textilrecycling
ab 2028. Die ARA warnt hier vor bürokratischen Hürden und fordert
einfache Lösungen wie die Nutzung bestehender Wirtschaftssysteme.
„Wir fordern pragmatische, umsetzbare Vorgaben des Gesetzgebers –
Realismus statt Gold Plating, Pragmatismus statt Fleißaufgaben“,
erklärt Eck . Die ARA plädiert dafür, beim Textilrecycling nicht die
Fehler der Gesetzgebung zum Kunststoffrecycling zu wiederholen.
Darüber hinaus soll beim kommenden EPR-System (Erweiterte
Produzentenverantwortung) für Textilien auf bestehende, effiziente
Strukturen der Wirtschaft zurückgegriffen werden, um Kosten für
Steuerzahler:innen gering zu halten. Die ARA leistet bereits wichtige
technologische Pionierarbeit: Erste Sortierversuche zeigen
vielversprechende Ergebnisse. Die Herausforderung liegt jedoch vor
allem im Recycling und gleichzeitig in der Schaffung tragfähiger
Absatzmärkte für die gewonnenen Fasern.
Zwtl.: Zukunftsausblick: Wirtschaftlichkeit als Kompass und Trennen
für den Kreislauf
Die ARA wird auch künftig Innovationen vorantreiben, betont
jedoch die Notwendigkeit ökonomisch tragfähiger Lösungen. „Wir
brauchen vernünftige gesetzliche Rahmenbedingungen und trotz aller
technologischen Fortschritte bleibt eine aktive Beteiligung der
Konsument:innen entscheidend“, schließt Hauke ab. „Nur wenn wertvolle
Reststoffe richtig getrennt werden, können wir sie recyceln. Landen
sie im Restmüll, sind sie für den Kreislauf für immer verloren.“
Entsprechendes Bildmaterial zur Aussendung finden Sie in der APA-
Fotogalerie .
Über die ARA
Zukunft. Kreislauf. Wirtschaft. Seit mehr als 30 Jahren arbeitet
die Altstoff Recycling Austria AG (ARA) als treibende Kraft der
österreichischen Abfall- und Kreislaufwirtschaft und ist Marktführer
unter den Sammel- und Verwertungssystemen für Verpackungen,
Elektroaltgeräten und Batterien.
Die ARA mit ihren Tochterunternehmen ARAplus GmbH, Austria Glas
Recycling GmbH, DiGiDO GmbH, Digi-Cycle GmbH, ERA GmbH, ERAplus GmbH
und TriPlast GmbH gilt heute als internationale Best Practice und
entwickelt als Partner der Wirtschaft maßgeschneiderte
Entsorgungslösungen in der Abfall-und Kreislaufwirtschaft: von
Entpflichtung über Stoffstrommanagement bis zu Circular Design und
Digitalisierung der Kreislaufwirtschaft. Die ARA AG serviciert mehr
als 15.000 Kunden. Sie steht im Eigentum heimischer Unternehmen und
agiert als Non-Profit Unternehmen nicht gewinnorientiert. www.ara.at





