Weltbienentag: Honigbienen brauchen veterinärmedizinische Expertise

Wien (OTS) – Anlässlich des Weltbienentages am Mittwoch, den 20. Mai
2026 weist
die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) auf die zentrale Bedeutung
der Honigbiene für Landwirtschaft, Biodiversität und
Ernährungssicherheit hin. Als eines der wichtigsten
landwirtschaftlichen Nutztiere trägt die Honigbiene wesentlich zur
Bestäubung zahlreicher Kultur- und Wildpflanzen bei.
„Der Weltbienentag erinnert uns daran, wie unverzichtbar gesunde
Bienenvölker für unsere Ernährung und unsere Ökosysteme sind.
Bienengesundheit ist daher auch ein veterinärmedizinisches Thema“,
betont ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.
Die Anforderungen an die Bienenhaltung haben sich in den vergangenen
Jahrzehnten stark verändert. Höhere Bestandsdichten, internationale
Warenströme sowie eingeschleppte Parasiten und Krankheitserreger
erhöhen das Risiko für Krankheitsausbrüche erheblich. Besonders die
Varroamilbe gilt weiterhin als eine der größten Bedrohungen für
Bienenvölker. Vor diesem Hintergrund fordert die Österreichische
Tierärztekammer eine stärkere Einbindung der Veterinärmedizin in die
Betreuung von Bienenvölkern. Wie bei anderen Nutztieren müsse auch
bei Bienen die Gesunderhaltung, Prävention und Behandlung
veterinärmedizinisch begleitet werden.

Zwtl.: Moderne Bienenmedizin braucht Tierärzt*innen

Aufgrund dessen bietet die Österreichische Tierärztekammer seit
dem Jahr 2014 ein umfassendes Fortbildungs-Curriculum für zukünftige
Fachtierärzt*innen für Bienen an und vergibt den Fachtierarzt für
Bienen.

„Moderne Bienenmedizin geht weit über die reine Behandlung von
Erkrankungen hinaus. Sie umfasst die systematische Erhebung und
Interpretation von Krankheitsdaten, die Zusammenführung von Feld- und
Labordaten sowie die aktive Mitwirkung an der Entwicklung neuer
diagnostischer Verfahren – etwa des neu entwickelten Virus-
Schnelltests (VirusCheck) der veterinärmedizinischen Virologie.
Gleichzeitig werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse
konsequent in die praktische Betreuung von Bienenvölkern übertragen.
Die Biene ist dabei nicht nur ein geschätztes Symbol in der
Öffentlichkeit, sondern eine Patientin mit komplexen gesundheitlichen
Anforderungen“, betont wHR Dr. Robert Fink e.h., Vorsitzender der
Fachtierarztprüfungskommission Bienen.

„Seuchenhafte Erkrankungen gefährden nicht nur die Bienen,
sondern auch die gesamte Lebensmittelkette. Mit wissenschaftlich
fundierter Expertise und gesetzlicher Grundlagen setzen wir uns
gezielt für die Gesunderhaltung der Bienenvölker ein. Denn gesunde
Bienen bedeuten nicht nur sichere Honigprodukte, sondern auch eine
funktionierende Landwirtschaft und Biodiversität. Die Biene verdient
unsere volle Aufmerksamkeit – heute und jeden Tag“, sagt Frühwirth
abschließend.