Wien/Innsbruck (OTS) – Zunehmender Tourismus sorgt für steigende
Besucher-, aber auch
Patientenzahlen. Das stellt zum Beispiel die Spitäler in Tirol vor
besondere Herausforderungen, insbesondere im Winter: Eine Enquete der
Bundeskurie angestellte Ärzte (BKAÄ) der Österreichischen Ärztekammer
(ÖÄK) beleuchtet am 20. Mai das Spannungsfeld zwischen optimaler
Patientenversorgung, Überlastung der Spitäler und gerechter Qualität
in der Gesundheitsversorgung: „Auswirkungen des Tourismus auf die
Spitäler“ ist der Titel dieser Enquete, die in der Tiroler
Ärztekammer (Anichstraße 7, 6020 Innsbruck, Beginn: 17:30 Uhr)
stattfindet. Die Teilnahme ist kostenlos, das Event wird auch online
live übertragen.
„Die Enquete soll die Auswirkungen des Tourismus auf die
Spitalsversorgung beleuchten, Lösungsansätze, inklusive
privatmedizinischer Versorgung, aufzeigen und mögliche Anpassungen im
System anstoßen. Wir möchten einen Blick hinter die Kulissen werfen:
Wer sind die Menschen, die oft 25 Stunden am Stück vollen Einsatz
zeigen, um all diese Bedürfnisse zu decken?“, erklärt Daniel von
Langen, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und
Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte.
Das Thema ist brisant, wie die aktuellen Zahlen zeigen: Der
Österreichische Bergrettungsdienst hatte im Jahr 2025 insgesamt
10.912 Einsätze und damit so viel wie nie zuvor. Das ist ein weiterer
deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Auch die Bergrettung
Tirol, deren neuer Landesarzt Thomas Huber auch eine Keynote
beisteuert, rückte 2025 so oft wie noch nie aus, nämlich erstmals
über 4.000 Mal – 31 Prozent davon auf Skipisten. Im freien Gelände
waren zwölf Prozent der Einsätze nötig, gefolgt von Einsätzen auf
Wanderwegen (11 Prozent). Die Belastung der Spitalsambulanzen ist
also kein „Winter-Phänomen“, das im weiteren Jahresverlauf
verschwindet. Die massiven Belastungen der regionalen Spitäler ziehen
sich bei wachsendem Alpintourismus über das gesamte Jahr.
Qualität und Gerechtigkeit in der Grundversorgung
„Der zunehmende Tourismus stellt die Spitäler in Tirol vor ganz neue
Herausforderungen: Saisonale Spitzenbelastungen führen zu Überlastung
von Personal und Infrastruktur, längeren Wartezeiten für Einheimische
und erschwerten Abläufen. Gleichzeitig bleibt die Grundversorgung für
die Bevölkerung aber unverändert wichtig. Es geht also nicht nur um
Kapazität, sondern auch um Qualität und Gerechtigkeit in der
Gesundheitsversorgung. Man darf auch nicht außer Acht lassen, dass
die gute medizinische Versorgung im Ernstfall Teil des Pakets ist,
das unsere Gäste kaufen. Sollte es sich ergeben und herumsprechen,
dass diese nicht mehr gewährleistet wird, werden sie ihren Urlaub
woanders verbringen“, unterstreicht von Langen.
Und nicht nur die Spitäler sind belastet, wie Alois Schranz,
Unfallchirurg und Mitgründer von medalp, betont: „Neben dem
öffentlichen, medizinischen Versorgungssystem spielen vor allem die
niedergelassenen Arztpraxen – hier besonders in den Saisonorten – in
der Leistungskapazität eine wesentliche Rolle. Neben dem
niedergelassenen Bereich und den öffentlichen Spitäler wird ein
relativ großer Anteil von verletzten Wintersportlern zudem in
privaten Krankenanstalten behandelt.“
BKAÄ-Enquete: Auswirkungen des Tourismus auf die Spitäler
Zwischen Gästerekorden und Versorgungsnotstand – warum Ski- und
Bergtourismus den Druck auf die regionalen Krankenhäuser erhöhen und
welche Konsequenzen das zur Folge hat. Mittwoch, 20. Mai 2026 (17:30
Uhr), Ärztekammer für Tirol, Anichstraße 7, 6020 Innsbruck. LINK:
Alle Infos, Programm und Anmeldung .





