VÖZ: Fördermaßnahmen setzen und Medienstandort absichern

Wien (OTS) – Um eine Titel- und Medienvielfalt in Österreich zu
bewahren, müssten
bereits im Regierungsprogramm angekündigte Fördermaßnahmen endlich
umgesetzt und bestehende weiterentwickelt werden.

Angesichts der äußerst herausfordernden Lage der österreichischen
Medienbranche warnt VÖZ-Präsident Maximilian Dasch davor, noch mehr
Zeit verstreichen zu lassen. „Für private Medienunternehmen ist es
wesentlich, sich auf politisch angekündigte Maßnahmen verlassen zu
können. Wenn es den Verantwortlichen ernst ist mit einer starken und
unabhängigen Medienlandschaft, gilt es, insbesondere die im
Regierungsprogramm niedergeschriebene Zustellförderung jetzt so
schnell wie möglich zu beschließen. Hier darf nicht mehr länger
zugewartet werden.“

Die Zustellungswege, vor allem in entlegenere Regionen, werden
aus Kostengründen immer schwerer zu bedienen. „Die geplante
Vertriebsförderung“, so Dasch, „ist ein wichtiges Werkzeug, damit wir
auch weiterhin alle Bevölkerungsgruppen mit qualitätsvollem
Journalismus versorgen können. Ziel muss sein, den öffentlichen
Diskurs und demokratische Partizipation flächendeckend zugänglich zu
machen. Dies funktioniert nur dann, wenn sowohl eine digitale als
auch eine analoge Medieninfrastruktur vorhanden ist.“

Zwtl.: Digitale Transformation nachhaltig unterstützen

Weiters bleibe auch der Blick auf die digitale Transformation
wichtig, so der VÖZ-Präsident. „Wir haben mehrfach darauf
hingewiesen, dass die angesuchten Mittel aus dem Fonds zur Förderung
der digitalen Transformation bereits seit Jahren das verfügbare
Budget deutlich übersteigen. Und jetzt ist eingetreten, wovor wir
ausdrücklich gewarnt haben: Die finanziellen Ressourcen sind
ausgeschöpft, im Juni wird es keine Möglichkeit für weitere Anträge
geben“, sagt Maximilian Dasch. Gerade diese Fördermaßnahme sei
angesichts der Übermacht der Big-Tech-Unternehmen jedoch essenziell,
um private Medienhäuser dabei zu unterstützen, digitale Reichweiten
auf- und digitale Aboangebote auszubauen. Zudem sprechen die
positiven Entwicklungen im digitalen Medienmarkt, die durch die
Projekt- und Anreizförderungen bis jetzt erreicht wurden, klar dafür,
diesen erfolgreichen Investitionsimpuls fortzusetzen.

Der Verband plädiert daher einmal mehr für eine zügige
Aufstockung der finanziellen Mittel des Fonds. So könnten etwa die
ursprünglich für das „Meine Zeitung“-Abo vorgesehenen Mittel
herangezogen werden. Es solle jedenfalls zu einer deutlichen Erhöhung
der Dotierung kommen, damit die Förderung weiterhin ihre Wirkung
entfalten kann. „Sollte die digitale Transformationsförderung
wegfallen, stellt das ein hohes Risiko für den heimischen
Medienstandort dar. Es ist an der Bundesregierung, rasch die
notwendigen Schritte zu einer nachhaltigen Absicherung dieser
Förderung zu setzen. Sonst läuft den privaten Medien in Österreich
die Zeit davon“, betont Dasch.