Wien (OTS) – Mit deutlicher Kritik reagierte heute FPÖ-Kultursprecher
Wendelin
Mölzer auf den diesjährigen österreichischen Beitrag zur Kunst-
Biennale in Venedig. „Was hier unter dem Deckmantel der Kunst
präsentiert wird, sorgt nicht nur für Kopfschütteln, sondern für
berechtigte Empörung“, so Mölzer.
Im Zentrum seiner Kritik steht die Performance der
österreichischen Künstlerin Florentina Holzinger, die mit rund
600.000 Euro aus öffentlichen Mitteln unterstützt wird. Besonders
umstritten ist dabei der explizite Einsatz von Urin im Rahmen der
Inszenierung, der „für viele Menschen eine klare Grenze des
Zumutbaren überschreitet“, erklärte der freiheitliche Kultursprecher.
Die Kombination aus drastischen Körperdarstellungen und sogenannten
„Urin-Tanks“, die mit dem Urin der Besucher gefüllt werden sollen,
habe bereits im Vorfeld für breite Diskussionen gesorgt.
„Wenn hunderttausende Euro Steuergeld in Performances fließen, in
denen der Einsatz von Körperflüssigkeiten bewusst als künstlerisches
Mittel eingesetzt wird, dann stellt sich die Frage, ob hier nicht
jegliches Maß verloren gegangen ist“, so Mölzer. Kunstfreiheit sei
zwar ein hohes Gut, dürfe jedoch „nicht als Rechtfertigung für
Provokation um der Provokation willen missbraucht werden“.
„Die linke Kulturszene hat offenbar den Bezug zur Lebensrealität
der Menschen verloren und die Entscheidungsträger fördern zunehmend
Projekte, die nur mehr in einem kleinen, abgeschotteten Kulturbetrieb
auf Zustimmung stoßen“, so Mölzer und weiter: „Österreich ist
weltweit für seine große kulturelle Tradition bekannt – von der
klassischen Musik bis zur bildenden Kunst. Doch anstatt dieses Erbe
selbstbewusst zu vertreten, präsentiert man sich mit bewusst
provokanten und für viele unverständlichen Inszenierungen!“. Mölzer
hielt fest, dass solche Beiträge seiner Ansicht nach nicht geeignet
seien, das kulturelle Ansehen Österreichs im Ausland zu stärken.
Abschließend forderte er eine grundlegende Neuausrichtung der
Förderpolitik. „Es braucht endlich Transparenz, klare Kriterien und
vor allem Hausverstand im Umgang mit öffentlichen Mitteln. Die
Menschen in unserem Land haben ein Recht darauf, zu wissen, wofür ihr
Geld ausgegeben wird – und sie haben ein Recht darauf, dass es
verantwortungsvoll eingesetzt wird.“ Daher wird Mölzer das Projekt im
Zuge einer parlamentarischen Anfrage genauer hinterfragen.





