Linz (OTS) – Eine Familie aus dem Innviertel hatte für die Pflege
ihres mehrfach
beeinträchtigten autistischen Kindes Pflegegeld der Stufe 1 bezogen.
Das Kind braucht aber aufgrund des Autismus mit massiven
Entwicklungsstörungen rund um die Uhr Betreuung und Unterstützung.
Daher wandte sich die Familie an die Arbeiterkammer. Diese klagte
gegen den bisherigen PVA-Bescheid und erreichte eine Erhöhung des
Pflegegeldes um 5 Stufen auf Pflegestufe 6.
Für ein autistisches Kind bezog eine Familie aus dem Innviertel
Pflegegeld der Stufe 1. Der Bub ist hyperaktiv, extrem
lärmempfindlich, neigt zu Aggressionen und kann nicht alleine
gelassen werden. Würde man ihn nicht rund um die Uhr betreuen, wäre
es nicht auszuschließen, dass er sich selbst oder andere verletzt.
Die bisherige Pflegegeldeinstufung, basierend auf einem Gutachten der
Pensionsversicherungsanstalt (PVA), war daher viel zu niedrig.
Die Familie wandte sich an die Arbeiterkammer. Diese klagte gegen den
bisherigen Bescheid, um eine Erhöhung des Pflegegeldes zu erreichen.
Der vom Sozialgericht beauftragte Sachverständige erstellte ein neues
Gutachten. Laut diesem bestand ein Pflegeaufwand von 205 Stunden pro
Monat. Damit stand der Familie nun sogar Pflegestufe 6 zu.
Im Durchschnitt gewinnt die AK jeden Tag zwei Gerichtsverfahren, in
denen eine höhere Einstufung festgestellt wird. Seit 2021 ist die
Zahl der Pflegegeldberatungen um 75 Prozent und die Zahl der
erfolgreich abgeschlossenen Fälle um knapp 71 Prozent gestiegen. Eine
aktuelle Foresight-Studie im Auftrag der AK Oberösterreich liefert
zudem erschreckende Erfahrungsberichte der von PVA-Gutachter:innen
untersuchten Personen. Viele berichten von herabwürdigendem oder
einschüchterndem Verhalten bei der Begutachtung und beklagen, dass
mitgebrachte Befunde und Unterlagen nicht berücksichtigt werden.
„ Es ist wichtig, dass Betroffene bald einen Rechtsanspruch darauf
haben, bei den PVA-Untersuchungen eine Vertrauensperson mitzunehmen.
Wichtig wäre außerdem, dass Vorbefunde der Betroffenen berücksichtigt
werden. Dadurch kann die Qualität der Begutachtungen erhöht werden “,
sagt AK-Präsident Andreas Stangl.





