Indien als Chancentor für Österreichs Wirtschaft

Wien (OTS) – „Indien zählt zu den größten Wachstums- und
Zukunftsmärkten der Welt.
Rund 160 österreichische Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv,
unsere Exporte haben zuletzt rund 1,5 Milliarden Euro und damit ein
Plus von 13,6 Prozent zum Vorjahr erreicht, gleichzeitig liegt das
zusätzliche Potenzial bei über einer Milliarde Euro. Dieses Potenzial
gilt es jetzt konsequent zu nutzen. Wer in Indien präsent ist,
sichert Wachstum, Jobs und Wettbewerbsfähigkeit in Österreich“, so
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer.

Indien entwickelt sich zu einem der zentralen wirtschaftlichen
Partner einer neuen globalen Wirtschaftsordnung. In einer Zeit
geopolitischer Spannungen, neuer Handelsblöcke und wachsender
Wettbewerbsintensität richtet Österreich seine internationale
Wirtschaftspolitik gezielt neu aus. Die Wirtschaftsmission nach
Indien unter Leitung von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer
verfolgt daher ein klares Ziel: neue Märkte erschließen, industrielle
Kooperation vertiefen und österreichischen Unternehmen zusätzliche
Wachstumschancen eröffnen.

Indien ist mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern die größte
Volkswirtschaft der Welt und weist ein Wachstum von rund 6,6 Prozent
auf – das höchste unter den G20-Staaten. Gleichzeitig entsteht ein
dynamischer Industriestandort mit starkem Infrastruktur- und
Technologieausbau sowie einem der größten Start-up-Ökosysteme
weltweit.

Auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und
Indien entwickeln sich dynamisch: österreichische Exporte nach Indien
erreichten zuletzt rund 1,5 Milliarden Euro, rund 160 österreichische
Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv. Gleichzeitig wird das
zusätzliche Exportpotenzial bis 2030 auf rund 1,2 Milliarden Euro
geschätzt.

„Die geopolitischen Veränderungen erfordern, dass wir unsere
wirtschaftlichen Partnerschaften breiter aufstellen und neue
Wachstumsmärkte gezielt erschließen. Indien entwickelt sich zu einem
zentralen Industrie- und Technologiestandort mit enormer Dynamik.
Genau hier setzen wir an: Wir vertiefen Kooperationen und
positionieren österreichische Unternehmen in einem der dynamischsten
Märkte weltweit“, so Hattmannsdorfer.

Zwtl.: Freihandelsabkommen EU–Indien eröffnet zusätzliche
Exportchancen

Ein zentraler Hebel für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen ist
das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien.
Es soll Zölle deutlich senken, Marktzugang erleichtern und
Investitionen fördern. Derzeit liegen die durchschnittlichen Zölle in
der EU bei rund 3,8 Prozent, während Indien auf EU-Importe im Schnitt
rund 16 Prozent erhebt – in einzelnen Branchen sogar deutlich mehr.
Das Abkommen sieht vor, dass die EU Zölle auf über 90 Prozent der
Produkte abschafft und Indien rund 86 Prozent der Zollpositionen
liberalisiert.

Für europäische Unternehmen ergeben sich dadurch erhebliche
Marktchancen: EU-Exporte nach Indien könnten deutlich steigen, in
Modellrechnungen um rund 88 Prozent. Auch für Österreich werden
kräftige Zuwächse erwartet – die österreichischen Exporte nach Indien
könnten um rund 75 Prozent steigen, insbesondere in den Bereichen
Maschinenbau, Elektronik, Chemie und industrielle Dienstleistungen.
Der vereinbarte Zollabbau bringt AT-Exporteuren zudem eine Ersparnis
von ca. 108 Millionen Euro jährlich.

Indien bietet dabei einen besonders dynamischen Markt: Mit rund
1,4 Milliarden Einwohnern, einem Wirtschaftswachstum von rund 6 bis 7
Prozent und einer jungen, wachsenden Mittelschicht entwickelt sich
das Land zu einem der wichtigsten globalen Industriestandorte.
Gleichzeitig profitieren europäische Unternehmen von sinkenden
Markteintrittsbarrieren und besseren Investitionsbedingungen.

„Freihandelsabkommen sind ein Schlüssel für Diversifizierung,
Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Sie schaffen neue Märkte,
reduzieren Abhängigkeiten und stärken unsere Industrie. Das Abkommen
mit Indien eröffnet österreichischen Unternehmen zusätzliche Chancen
in einem der größten Wachstumsmärkte der Welt und bringt neue Impulse
für Export, Innovation und Beschäftigung in Österreich. Durch die
Umsetzung des Freihandelsabkommens rechnen wir mit etwa 5.000
zusätzlichen Arbeitsplätzen in Österreich“, so Hattmannsdorfer.

Zwtl.: Industriestrategie 2035: Neue Märkte als
wirtschaftspolitischer Schwerpunkt

Die Reise steht auch im Kontext der österreichischen
Industriestrategie 2035. Ziel ist es, Österreich als
wettbewerbsfähigen Industriestandort zu stärken und gleichzeitig neue
internationale Partnerschaften aufzubauen. Indien spielt dabei eine
zentrale Rolle – sowohl als Absatzmarkt als auch als Partner für
industrielle Kooperation.

„Unsere Industriestrategie setzt bewusst auf neue Märkte und
strategische Partnerschaften. Indien verbindet wirtschaftliche
Dynamik mit industrieller Entwicklung und einem enormen
Innovationspotenzial. Diese Kombination eröffnet österreichischen
Unternehmen neue Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette –
von Technologie über Maschinenbau bis Green Tech. Gleichzeitig
profitiert Indien von österreichischer Spitzentechnologie,
industrieller Erfahrung und nachhaltigen Lösungen für den Ausbau von
Industrie und Infrastruktur“, so Hattmannsdorfer.

Die wirtschaftspolitische Ausrichtung folgt dabei einem klaren
Grundsatz: österreichische Technologie, Qualität und industrielle
Kompetenz sollen in wachstumsstarken Märkten stärker positioniert
werden, um Wertschöpfung und Beschäftigung in Österreich zu sichern.

Österreichische Unternehmen bereits erfolgreich vor Ort

Wie groß das Potenzial ist, zeigen österreichische Unternehmen,
die bereits erfolgreich in Indien tätig sind. Sie nutzen den Markt
sowohl als Wachstumsplattform als auch als Standort für Kooperation
und fungieren damit als Türöffner für weitere österreichische
Betriebe.

Blum: Wachstumsmarkt mit langfristigem Potenzial

Die Julius Blum GmbH baut ihre Marktposition in Indien
kontinuierlich aus. Das Vorarlberger Familienunternehmen betreibt in
Mumbai einen eigenen Showroom, ein Trainingszentrum sowie ein
flächendeckendes Vertriebsnetz mit über 100 Partnern. Indien gilt
intern als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahre.

„Das Handelsabkommen zwischen der EU und Indien sehen wir bei
Blum als Hoffnungsschimmer in einer Zeit, die eher von Abschottung
und De-Globalisierung geprägt ist. Indien ist für uns einer der
dynamischsten Wachstumsmärkte weltweit. Die starke Urbanisierung,
steigende Qualitätsansprüche und der Ausbau der Möbelindustrie
eröffnen große Chancen für Blum. Gleichzeitig sehen wir in dem
Freihandelsabkommen nicht nur Chancen im Erschließen neuer Märkte,
sondern auch großes Potential in der strategischen Beschaffung,
beispielsweise für den Rohstoff Stahl. Unser Appell an die
politischen Entscheidungsträger ist daher, auch diesen Aspekt, im
Sinne der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Erzeugnisse, aufzugreifen
und weiter auszubauen“, so Martin Blum, Geschäftsführer Blum.

Primetals: Industriepartnerschaft mit Zukunft

Primetals Technologies ist seit Jahrzehnten im indischen Markt
tätig und liefert Anlagen und Technologien für die Stahlindustrie.
Der massive Ausbau der indischen Stahlproduktion schafft zusätzliche
Nachfrage nach österreichischem Engineering und industrieller
Technologie.

„Indien investiert massiv in Infrastruktur und Industrie – das
eröffnet große Chancen für österreichisches Engineering. Wir sehen
den Markt nicht nur als Absatzregion, sondern als langfristige
Industriepartnerschaft. Österreichische Technologie kann hier einen
entscheidenden Beitrag zur Modernisierung und Dekarbonisierung der
Industrie leisten“, betont Markus Burgholzer, Vice President Head of
Sales für Indien von Primetals.

Münzer: Green-Tech aus Österreich für den Zukunftsmarkt

Münzer Bioindustrie betreibt in Indien ein Sammel- und
Verwertungssystem für Altspeiseöle zur Biodieselproduktion und ist
bereits in mehr als 25 Städten aktiv. Das Unternehmen verbindet
österreichische Kreislaufwirtschaftstechnologie mit dem stark
wachsenden indischen Energiemarkt.

„Indien bietet ein enormes Potenzial für nachhaltige
Technologien. Mit unserem langjährigen Know-how und unserer
Kernkompetenz im Bereich der Abfallwirtschaft und erneuerbaren
Energien sind wir bestens positioniert, einen substanziellen Beitrag
zur Dekarbonisierung zu leisten. Gleichzeitig eröffnet uns dieser
Markt attraktive Wachstumschancen. Indien ist für uns daher ein
strategischer Schlüsselmarkt und ein bedeutendes Tor für
österreichische Umwelttechnologie“, betont Ewald-Marco Münzer, CEO
von Münzer Bioindustrie GmbH.

Wirtschaftspartnerschaft mit strategischem Mehrwert

Die Mission nach Indien soll neue Projekte anstoßen,
Investitionen erleichtern und den Markteintritt österreichischer
Unternehmen unterstützen. Gleichzeitig geht es um Kooperationen in
Schlüsselbereichen wie Industrie, Technologie, Green Tech,
Infrastruktur und Fachkräfte.

„Indien wächst rasant – und genau dort liegen die Chancen für
Österreichs Wirtschaft. Mit einer vertieften Partnerschaft öffnen wir
neue Märkte für unsere Betriebe, schaffen neue Exportmöglichkeiten
und sichern Wachstum und Jobs in Österreich“, so Hattmannsdorfer.

Indien wird damit zu einem zentralen Baustein der
österreichischen Außenwirtschaftsstrategie. Ziel ist es,
Exportchancen zu erhöhen, neue Partnerschaften zu schaffen und
Österreichs Industrie langfristig resilienter und wettbewerbsfähiger
zu machen.