Thalheim bei Wels (OTS) – Die Sammlung Werner Trenker und das Museum
Angerlehner präsentieren
mit „AMADOR & COMPLOJ“ eine Ausstellung, die zwei künstlerische
Positionen in einen unmittelbaren Dialog setzt. Von 11. April bis 14.
Juni 2026 begegnen einander die Malerei von Juan Amador und die
Glasplastik von Robert Comploj.
Kuratiert von Klaus Albrecht Schröder, entfaltet die Ausstellung
eine dichte Gegenüberstellung zweier Ansätze, die auf
unterschiedliche Weise das Unsichtbare sichtbar machen: Farbe wird
bei Amador zu immateriellem Raum, Glas bei Comploj zu erstarrter
Bewegung.
Zwei Künstler – zwei Medien – ein zentrales Thema: Wahrnehmung
Juan Amador (*1968, Waiblingen), international bekannt als
vielfach ausgezeichneter Spitzenkoch, hat sich in den letzten Jahren
mit großer Konsequenz der Malerei zugewandt. Dabei erweist sich Juan
Amador, der Autodidakt der Malerei, mit seinen Gemälden nicht weniger
sensibel und selbständig – mit einem hervorstechenden Gefühl für
Farbe – als Juan Amador, der Vorreiter der Molekularküche, der mit
allen Ehren der Kochkunst ausgezeichnet wurde. Seine Werke entstehen
aus Schichtungen flüssiger Farbe, die er mit Rakel über die Leinwand
zieht, Pigmente verschiebt, überlagert und zu vibrierenden Bildräumen
verdichtet. Amador will mystische Lichtwelten mit seiner Malerei
erzeugen und dabei Tableaus von mehreren Gemälden feinst aufeinander
abstimmen. Seine Malerei ist nicht erzählerisch, nicht illustrativ –
sie ist Energie, Schichtung und Erscheinung: Malerei als Spur, als
Bewegung, als kontrolliertes Risiko.
Robert Comploj (*1982, Inzing) hingegen arbeitet mit Glas als
skulpturalem Medium. Der Künstler nutzt Glas nicht primär wegen
seiner Transparenz oder Farbigkeit, sondern wegen seines
intrinsischen Paradoxons: Glas ist erstarrte Bewegung.
Comploj stellt in seiner jüngsten Arbeit – den Liquid Drops – den
Moment dar, in dem ein farbloser Tropfen auf Wasser aufschlägt und
gleichsam zurückfedert. Comploj transformiert den Augenblick in einen
Zustand der Dauer – das Material selbst ist „gefrorene Bewegung“.
Complojs Tropfen sind keine wissenschaftlichen Illustrationen,
obgleich sie physikalisch präzise das reale Verhalten eines auf
Wasser aufschlagenden Tropfens festhalten. Der Flüchtigkeit der
Tropfen stehen in der Ausstellung große, schwarze Stelen gegenüber.
Die Arbeiten aus der Serie Collapse Columns rücken Comploj abermals
in die Nähe einer minimalistischen Skulpturauffassung. Die steinerne
Stele ist lange vor dem Pfeiler und der Säule eine Urform der
Architektur. Doch als tiefschwarzes Glas verliert die Stele ihre
Schwere und erhält eine geheimnisvolle, lichtabsorbierende Qualität.
Das matt-schwarze Glas verschluckt das Licht beinahe und reflektiert
es nur partiell.
Kurator Klaus Albrecht Schröder: „In der Gegenüberstellung von
Amadors vibrierenden Farbräumen und Complojs verdichteten Glasformen
entsteht ein Dialog, der Licht, Bewegung und Materialität neu
erfahrbar macht. Beide Künstler eröffnen jeweils auf ihre Weise ein
sinnliches Universum, in dem das Unsichtbare nicht nur sichtbar,
sondern unmittelbar erlebbar wird.“
Licht, Zeit und Materie als gemeinsame Dimension
Trotz der medialen Unterschiede verbindet beide Künstler ein
zentrales Anliegen: die Transformation von Wahrnehmung. Amadors
Farbräume erzeugen Licht ohne äußere Quelle – ein Leuchten, das aus
der Farbe selbst entsteht. Comploj hingegen macht Zeit sichtbar,
indem er Bewegung in Glas einfriert. Beide Positionen kreisen um
elementare Gegensätze: Licht und Dunkelheit, Bewegung und Stillstand,
Flüchtigkeit und Dauer.
„Kunst eröffnet Räume, die über das Sichtbare hinausgehen. Mit
Amador und Comploj zeigen wir zwei Künstler, die auf sehr
unterschiedliche Weise genau das tun: Sie schaffen Werke, die nicht
nur betrachtet, sondern erlebt werden,“ so Werner Trenker,
Unternehmer und Kunstsammler . „Ich freue mich sehr, dass aus meiner
langen Freundschaft mit den Künstlern, Herrn Schröder und Herrn
Angerlehner nun ein gemeinsames Projekt geworden ist.“
Über die Sammlung Werner Trenker
Die Sammlung Werner Trenker widmet sich der Bewahrung und
Vermittlung herausragender Werke der österreichischen Kunst. Werner
Trenker ist seit rund 15 Jahren leidenschaftlicher Kunstsammler. Die
Sammlung Werner Trenker umfasst renommierte österreichische
Positionen, wie Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Markus Prachensky und
viele mehr. Seit 2022 verschreibt sich Werner Trenker nicht nur dem
Sammeln, sondern auch der Förderung von Ausstellungen verschiedener
Künstlerinnen und Künstler.
Nähere Informationen: sammlung-werner-trenker.com
Über das Museum Angerlehner
Das Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels zählt seit seiner
Eröffnung im Jahr 2013 zu den bedeutenden Kulturinstitutionen für
zeitgenössische Kunst in Österreich. Es präsentiert ein vielfältiges
Ausstellungsprogramm mit österreichischen sowie internationalen
Künstlerinnen und Künstlern, mit besonderem Fokus auf dem Dialog
zwischen etablierten Positionen und jüngeren künstlerischen Ansätzen.
Das Museum Angerlehner wurde initiiert und ist ausschließlich privat
finanziert vom Unternehmer und Sammler KR Heinz Josef Angerlehner.
Nähere Informationen: museum-angerlehner.at





