Wien (OTS) – Bodengebundene Luftabwehrsysteme bilden gemeinsam mit
leistungsfähigen Radaranlagen und den Abfangjägern das Rückgrat der
österreichischen Luftverteidigung. Das Bundesheer verfügt derzeit
über moderne Systeme kurzer Reichweite und baut diese Fähigkeiten
gezielt weiter aus.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung der
Luftverteidigungsstruktur. Dazu zählt die baldige Entscheidung zur
Beschaffung moderner Mittelstrecken- und Kurzstrecken-
Luftabwehrsysteme (MRAD/SHORAD), um Fähigkeitslücken zu schließen und
die Wirkung im gesamten Einsatzspektrum zu erhöhen.
Parallel dazu erfolgt die Modernisierung der Luftraumüberwachung:
Die bestehenden Aufklärungsradare werden schrittweise durch das neue
Military Air Surveillance & Acquisition Radar System (MARS) ersetzt.
Ergänzend wird mit dem Passive Emitter Tracker (PET) ein System
eingeführt, das elektromagnetische Emissionen erkennt und somit die
Aufklärungsfähigkeiten des Bundesheeres noch weiter verbessert.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Etablierung moderner
Drohnenabwehrfähigkeiten. Angesichts der zunehmenden Bedrohung durch
unbemannte Systeme werden bestehende Systeme angepasst und neue
Technologien integriert, um Drohnen frühzeitig zu erkennen, zu
verfolgen und wirksam zu bekämpfen.
Die bestehenden Fliegerabwehrsysteme werden ebenfalls
modernisiert:
Die derzeit eingesetzten leichten Fliegerabwehrlenkwaffen „Mistral“
werden schrittweise von der Version MISTRAL 1 auf den modernen
Standard MISTRAL 3 aufgerüstet. Dadurch erhöhen sich Reichweite,
Zielgenauigkeit und Einsatzfähigkeit gegen moderne Bedrohungen
deutlich.
Aktuell sind 24 „Mistral“-Systeme in Zeltweg und Aigen im Ennstal
stationiert. Sie bekämpfen Luftziele in bis zu 6.000 Metern
Entfernung und 3.000 Metern Höhe. Als rückstoßfreie „Fire-and-Forget“
-Waffen mit passiver Infrarotlenkung kommen sie insbesondere im
Objektschutz zum Einsatz. Ergänzt werden diese Systeme durch 24 „35-
mm-Zwillingsfliegerabwehrkanonen 85“, die derzeit auf den neuesten
Stand der Technik gebracht werden.
36 „Skyranger“-Systeme werden in Eisenstadt, Freistadt,
Klagenfurt und Landeck stationiert und bilden den beweglichen Schutz
der Brigaden. Sie dienen der Nahbereichsflugabwehr, insbesondere
gegen Drohnen, und schützen die Truppe im Einsatz.
Zwölf mobile Allwetter-Feuerleitsysteme „Skyguard“ liefern Daten
für die Abwehr von Tieffliegern und Flugkörpern bis zu 20 Kilometern
Entfernung. Zusätzlich stehen mehrere Aufklärungs- und
Zielzuweisungsradare bereit, um tieffliegende Luftfahrzeuge
frühzeitig zu erfassen.
Ortsfeste Radaranlagen überwachen rund um die Uhr den
österreichischen Luftraum. Durch die Vernetzung im integrierten
Luftraumbeobachtungs- und Führungssystem „Goldhaube“ sowie die
Einbindung ziviler und internationaler Radardaten wird eine
lückenlose Luftraumüberwachung sichergestellt.
Die bodengebundene Luftabwehr schützt kritische Infrastruktur und
wichtige Räume gegen Bedrohungen aus der Luft. Neben moderner Technik
ist dafür vor allem qualifiziertes Personal entscheidend. Das
Bundesheer investiert daher gezielt in Ausbildung und Training.
Besonders gefragt sind Bewerber mit technischer Ausbildung, etwa aus
den Bereichen Elektrik, HTL-Absolventen oder Vermessungstechnik.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner:
„Unsere bodengebundenen Luftabwehrsysteme sind ein zentraler
Bestandteil der Sicherheit Österreichs. Sie schützen unser Land vor
Bedrohungen aus der Luft und ermöglichen durch ihre moderne
Technologie ein schnelles Reagieren auf jede Gefahr. Mit gezielten
Investitionen stärken wir die Luftabwehr nachhaltig und bauen diese
konsequent weiter aus.“





