Wien (OTS) – Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) –
eine
Institution, die jährlich mit hunderten Millionen Euro an Steuergeld
finanziert wird, als enges Beratergremium der Bundesregierung dient
und unter der Ägide von Ex-ÖVP-Minister Heinz Faßmann steht – dient
als Unterschlupf für Epsteins engere Weggefährten. Während die
Harvard University längst die Reißleine gezogen und den
österreichischen Wissenschaftler und engen Epstein-Vertrauten Martin
Nowak suspendiert hat, herrscht in Wien das große Schweigen. Man hat
bis dato angeblich lediglich ein Ethikkomitee damit beauftragt, die
Mitgliedschaft Nowaks in der Akademie der Wissenschaften zu prüfen.
Seit diesem Ansinnen ist jedoch ein Monat vergangen und nun wird
öffentlich, dass seit einem Monat nichts passiert, obwohl auch die
ÖAW bereits am 11. Februar nachweislich von den neuen Vorwürfen gegen
ihr Mitglied Nowak erfahren hat. Für FPÖ-Generalsekretär NAbg.
Michael Schnedlitz ist das inakzeptabel: „Dass ausgerechnet die
höchste wissenschaftliche Institution dieses Landes zur Schutzzone
für einen Mann wird, der engste Kontakte zu Jeffrey Epstein, einem
Sexualstraftäter und Menschenhändler, gepflegt hat, ist skandalös.
Während in den USA durchgegriffen wird, spielt man offenbar Wien auf
Zeit und das, obwohl es um Korruption und schwerste Verbrechen gegen
Menschen geht und die ÖAW sogar ein enges Beratungsgremium der
Bundesregierung ist! Hier muss man sich die Frage stellen, ob hier
bewusst nichts unternommen wird und warum die Bundesregierung hier
nicht von sich aus tätig wird.“
Hintergrund ist die tiefe Verstrickung Nowaks in das System
Epstein. Nowak, der Epstein sogar nach dessen Verurteilung ein Büro
in Harvard verschaffte und im Testament des Pedokriminellen und
Milliardärs mit Millionen bedacht wurde, pflegte offensichtlich bis
zuletzt engste Kontakte. E-Mails belegen Reisen Nowaks auf Epsteins
Insel, Danksagungen an Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell, in denen
er wörtlich davon spricht, dass er froh sei, niemanden umgebracht zu
haben, Geschenke, Austausch über Studentinnen und Treffen in Wien.
Aus den E-Mails ergibt sich auch, dass Corina Tarnita, damals im
Umfeld von Martin Nowaks Harvard-Programm, Epsteins Mitarbeitern
Bankdaten für Überweisungen übermittelte. In einer weiteren Mail
fragt Epsteins Assistentin Nowak nach dem „Namen der Universität in
Rumänien, von der Sie die Leute hatten“. Nowak leitet die Frage an
Tarnita weiter. Sie antwortet, die beiden Studentinnen („two girls“)
seien von der Universität Iași. Tarnita erklärt dazu, der mutmaßliche
Menschenhändler Epstein habe anonym „frühe Karrieren von Frauen in
Mathematik“ fördern wollen und sie gebeten, bei einer solchen
Unterstützung in Rumänien zu helfen.
„Mittendrin ein Mitglied der Akademie, die die österreichische
Bundesregierung berät und Millionen österreichisches Steuergeld
erhält – und seit einem Monat passiert nichts“, ärgert sich FPÖ-
Generalsekretär Michael Schnedlitz, der offenlegt, dass ‚Austria
First‘ bereits am 11.2. bei der ÖAW hinsichtlich der schiefen Optik
und der engen Beziehungen Nowaks zu Epstein angefragt und die
Akademie Nowak sogar indirekt verteidigt hatte. „Die Akademie hat das
Verfahren in Harvard gegen Nowak vor einigen Jahren sehr genau
beobachtet und zur Kenntnis genommen, dass die Universität ihn weiter
beschäftigte“, so unter anderem die Antwort und der Verweis darauf,
dass sich ein Ethikkomitee der ÖAW ohnehin mit dem Fall befasst.
Seither ist ein Monat lang nichts passiert.
„Wir reden hier nicht von einem flüchtigen Bekannten. Wir reden
von einem Mann, der Epstein hofiert hat und tief in seine Netzwerke
verstrickt war. Es gibt auch Vorwürfe, dass Epstein Forschungen und
die Arbeit von Nowak beeinflusst hätte. Dass Nowak trotz dieser
bekannten Umstände noch immer Mitglied der ÖAW ist und die Akademie
auf kritische Anfragen bereits im Februar seine weiterhin bestehende
Mitgliedschaft mit der bestehenden Anstellung in Harvard begründete
und trotz besseren Wissens auch jetzt noch an ihm festhält, ist
eigentlich unglaublich“, kritisierte Schnedlitz.
Die ÖAW, die in der Causa Nowak offenbar mauert, wurde erst von
der vorangegangenen Regierung mit einer Budgeterhöhung von 28 Prozent
auf über 500 Millionen Euro bedacht. „Mit Steuergeld wird hier eine
teilstaatliche Organisation finanziert, die es offenbar nicht für
nötig hält, sich von den Helfershelfern eines Menschenhandelsrings,
Pedo-Kriminellen und Korruptionisten sofort und unmissverständlich zu
trennen. Die ÖAW muss hier unverzüglich Stellung beziehen und
durchgreifen, so wie es Harvard nun längst getan hat, sonst richtet
sie massiven Schaden am Vertrauen in öffentliche Institutionen an“,
so der FPÖ-Generalsekretär, der auch die Bundesregierung hier in der
Pflicht sieht, gegenüber ihrem Beratergremium sofort tätig zu werden.
Die FPÖ verlangt nun endlich die Einrichtung einer Sondereinheit
der Justiz, analog zum Vorgehen in Frankreich, um die Epstein-Akten
auf Österreich-Bezüge zu prüfen. Bislang seien die Ermittlungen
ausschließlich Medien überlassen worden, während die Justizministerin
untätig bleibe. „Warum schlafen die Behörden? Warum wurden die Akten
vom US-Justizministerium noch nicht angefordert? Es drängt sich der
Verdacht auf, dass hier bewusst weggeschaut wird, weil die Spuren
womöglich bis in höchste diplomatische und politische Kreise unseres
Landes führen. Warum ist die Bundesregierung auf Tauchstation? Nowak
ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Wir wissen aus den Akten,
dass Epstein in Österreich bestens vernetzt war. Wer hat ihn gedeckt?
Wer hat profitiert? Und in welche österreichischen Institutionen und
Kanäle reicht der Arm von Epstein noch hinein?“, fragte Schnedlitz
abschließend, der auch parlamentarische Schritte veranlassen will und
ankündigte, sich der Sache anzunehmen, wie bereits in der Causa rund
um den Porno-Botschafter-Skandal im BMEIA, und auch in diesem Fall
die Recherche aufzunehmen: „Auch dort hat man versucht, schönzureden,
auszusitzen und zu vertuschen. Das ist im BMEIA-Botschafter-Skandal
nicht gelungen und wird rund um Epstein erst recht nicht gelingen.“




