Zweiter Streik in den Ordenskrankenhäusern Oberösterreich: Beschäftigte senden unüberhörbares Signal

Linz (OTS) – Mit einem ganztägigen Streik setzten heute die
Beschäftigten aus
allen acht Ordenskrankenhäusern in Oberösterreich ein deutliches
Zeichen. Insgesamt beteiligten sich 1.700 nicht-ärztliche
Beschäftigte an den Streikversammlungen. Die Beteiligung zeigt klar:
Mit der Geduld der Mitarbeiter:innen ist es nun vorbei. Bereits Ende
Jänner war es zu einem ersten Streik gekommen. Auch eine eingesetzte
Arbeitsgruppe sowie die sechste Verhandlungsrunde am 24. Februar
blieben ohne Ergebnis. Ein substanziell besseres Angebot der
Arbeitgeber liegt weiterhin nicht auf dem Tisch. Die Beschäftigten
fordern vor allem spürbare und nachhaltige Entlastung durch eine
Arbeitszeitverkürzung auf 37 Wochenstunden.

„Die Beschäftigten tragen das System – jetzt sind die Arbeitgeber
am Zug“
Für die Gewerkschaft vida ist klar: Der heutige Streik ist kein
symbolischer Akt, sondern Ausdruck wachsender Frustration und
Entschlossenheit. „Die Kolleginnen und Kollegen stemmen Tag für Tag
die Versorgung in den Ordenskrankenhäusern – unter enormem Druck, mit
hoher Verantwortung und oft am Limit. Wer solche Leistungen
einfordert, muss auch bereit sein, sie fair zu honorieren“, betont
vida-KV-Verhandlerin Martina Reischenböck. Die Gewerkschaft habe in
den bisherigen Gesprächen mehrfach Bereitschaft zu konstruktiven
Lösungen gezeigt und sei den Arbeitgebern entgegengekommen. „Aber
Verantwortung darf keine Einbahnstraße sein. Es ist immer die
Arbeitnehmerseite, die Kompromissbereitschaft zeigt und selbst im
Streik pflichtbewusst dafür sorgt, dass die Notfallversorgung
jederzeit gesichert ist. Dieses Verantwortungsbewusstsein erwarten
wir auch von den Arbeitgebern“, so Reischenböck. Geplante Eingriffe
und ambulante Termine mussten am 3. März verschoben werden.

Mit deutlicher Kritik spricht Gerald Mjka,
Fachbereichsvorsitzender Gesundheit der Gewerkschaft vida, über das
unangebrachte und völlig verantwortungslose Verhalten der Arbeitgeber
gegenüber den Mitarbeitenden im Vorfeld des Streiks: „Die
Kolleg:innen stehen für eine bessere und zukunftsfähige Versorgung
der Patient:innen ein. Dieselben Kolleg:innen berichteten teilweise
von massiven persönlichen Einschüchterungen. Intern wurde der Druck
auf Beschäftigte immer wieder erhöht, indem verweigert wurde,
planbare Operationen und Behandlungen zeitgerecht zu verschieben. Das
hohe Pflichtbewusstsein der Belegschaften wurde offenbar bewusst von
der Arbeitgeberseite strategisch zur Schwächung der
Streikbereitschaft missbraucht.“

Breite Beteiligung und klare Botschaft
Seit den frühen Morgenstunden fanden sich zahlreiche Kolleg:innen an
allen Standorten zu Betriebs- und Streikversammlungen zusammen. Viele
betonten, dass sie diesen Schritt nicht leichtfertig setzten, sondern
weil für sie und das gesamte System die Belastungsgrenze längst
erreicht ist. Bei der öffentlichen Streikversammlung in Linz nahmen
gegen Mittag rund 800 Personen teil – neben den Beschäftigten waren
zusätzlich zahlreiche Unterstützer:innen aus der Bevölkerung dabei.
Auch in Wels, Grieskirchen, Ried und Braunau fanden mobile
Streikversammlungen statt. Die Botschaft war überall dieselbe: Ohne
echte Bewegung der Arbeitgeber wird es keine Ruhe geben.

12. März: Entscheidungsmoment für die Arbeitgeber
Die Gewerkschaft bleibt gesprächsbereit, erwartet jedoch bis zum 12.
März ein ernstzunehmendes Angebot. „Die Beschäftigten haben heute
sehr deutlich gezeigt, wie groß der Handlungsbedarf ist. Jetzt liegt
es an den Arbeitgebern, Verantwortung zu übernehmen. Ohne
substanzielle Bewegung werden wir weitere Maßnahmen setzen“, kündigt
Reischenböck an und ergänzt: „Unser Ziel ist klar: Eine stabile,
qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in Oberösterreich. Aber
diese gibt es nicht zum Nulltarif – sie braucht faire Bezahlung,
Entlastung und Respekt für jene, die sie täglich sichern“.