Wien (OTS) – Rund um den Weltfrauentag am 8. März erinnern wir uns
auch in
Österreich an hart erkämpfte Fortschritte bei Frauenrechten und
Meilensteine der Gleichstellung. So jährt sich beispielsweise die
Familienrechtsreform, die mit 1. Jänner 1976 in Kraft trat und mit
der die partnerschaftliche Ehe verankert wurde, zum 50. Mal.
Ehefrauen benötigten fortan nicht mehr die Zustimmung ihrer
Ehemänner, um einer Erwerbsarbeit nachzugehen.
Doch wo stehen wir heute in punkto Gleichstellung? Nora Tödtling-
Musenbichler, Präsidentin der Caritas Österreich: „Viele der
Baustellen von damals bestehen heute nach wie vor. Fehlende
Kinderbetreuung, die überwiegend von Frauen geleistete und unbezahlte
Care-Arbeit, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie
Einkommens- und Pensionslücken prägen weiterhin die Lebensrealitäten
vieler Frauen. Auch 2026 sind Frauen in Österreich über den gesamten
Lebensverlauf hinweg finanziell stark benachteiligt. Eine von der
Caritas in Auftrag gegebene Studie zeigt: Ohne das Einkommen anderer
Haushaltsmitglieder ist jede dritte Frau in Österreich
armutsgefährdet. In Zeiten angespannter Budgets darf also nicht
zusätzlich auf dem Rücken von Frauen gespart werden! Gerade in
Krisenzeiten müssen besonders Frauen mit Betreuungs- und
Pflegepflichten durch geschlechtergerechte Maßnahmen gestärkt werden
und finanziell abgesichert sein.“
Zwtl.: Budgetkonsolidierung – ein Risiko für Frauen und Kinder
Bereits im vergangenen Jahr wurden Einsparungen, wie die Nicht-
Valorisierung von Familienleistungen und steigende
Krankenversicherungsbeiträge für Mindestpensionist*innen beschlossen,
die die Situation vieler Frauen weiter verschlechtert haben. Nun
drohen im Rahmen des Doppelbudgets 2027/28 zusätzliche Einschnitte,
vor deren Auswirkungen die Caritas warnt.
Familienleistungen sind ein wesentlicher Beitrag zur Reduktion
von Frauen- und Kinderarmut. Nora Tödtling-Musenbichler: „Umso
alarmierender ist es, dass im Zuge der Konsolidierung genau hier
angesetzt wird. Wenn Leistungen nicht mehr an die Inflation angepasst
werden und die Familienbeihilfe künftig auf die Sozialhilfe
angerechnet werden soll, trifft das jene Familien am härtesten, die
ohnehin am wenigsten Spielraum haben. Eine solche Politik vertieft
bestehende Ungleichheiten und erhöht das Armutsrisiko von Frauen und
Kindern!“
Zwtl.: Kein Sparen auf dem Rücken von Frauen
Caritas-Präsidentin Tödtling-Musenbichler warnt eindringlich
davor, auf dem Rücken von Frauen zu sparen: „Zentrale Sozial- und
Familienleistungen sollten an die Inflation angepasst werden und die
Kürzungspläne der Bundesregierung für die Sozialhilfe dürfen in
dieser Form nicht umgesetzt werden.“ Weiters lasse sich Altersarmut
durch eine armutsfeste Ausgleichszulage bekämpfen. Notwendig sei
zudem eine rasche und vor allem niederschwellige Umsetzung des
geplanten Unterhaltsfonds sowie der Ausbau qualitätsvoller
Kinderbetreuung und Care-Angebote. Tödtling-Musenbichler: „Der
Weltfrauentag erinnert uns jedes Jahr daran, dass Ungleichheiten
entschlossen beseitigt werden müssen, damit Frauen in Österreich
endlich finanziell unabhängig und selbstbestimmt leben können!“
Weiterführende Informationen zu Frauenarmut und die Caritas-
Studie zu versteckter Frauenarmut sind hier abrufbar:
www.caritas.at/studie-versteckte-armut




