Wien (OTS) – Dass in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften,
Technik) ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in ganz
Europa besteht, bestätigt sich auch in der neuesten Studie des
Europäischen Patentamts (EPA). Von Deep-Tech-Unternehmen über
Patentberufe bis hin zur Wissenschaft und insbesondere beim
Patentieren sind Frauen unterrepräsentiert. Und besonders in
Österreich gibt es beim Anteil von Erfinderinnen weiterhin
Aufholbedarf. Gleichzeitig hebt die Studie aber Initiativen des
Österreichischen Patentamtes als europäisches Best-Practice-Beispiel
hervor.
Die Untersuchung knüpft an frühere Untersuchungen an und zeigt:
Der Anteil von Erfinderinnen liegt in Österreich bei 8 Prozent und
damit deutlich unter jenem anderer Länder wie beispielsweise Spanien
(19,2 Prozent) und Portugal (15,7 Prozent). Erstmals untersucht wurde
zudem die Frauenquote bei Deep-Tech-Unternehmensgründungen. Auch hier
weist Österreich mit 7,5 Prozent eine der niedrigsten Raten auf;
Spanien (19,2 Prozent) und Irland (14,8 Prozent) liegen deutlich
davor, während nur die Niederlande mit 5,5 Prozent hinter Österreich
rangieren.
Die Studie bestätigt außerdem das bekannte Phänomen der „leaky
pipeline“: Der Frauenanteil nimmt entlang des Karrierewegs von der
Promotion bis zur patentierten Erfindung kontinuierlich ab. Die
Wahrscheinlichkeit einer Patentanmeldung von Frauennach dem
Studienabschluss ist in Österreich besonders niedrig (unter 0,50 %).
Zwtl.: Stefan Harasek, Präsident des Österreichischen Patentamtes :
„Die aktuelle Studie zeigt deutlich, dass auf dem Weg zu mehr
Gendergerechtigkeit im Tech-Bereich noch viel Arbeit vor uns liegt.
Als Österreichisches Patentamt übernehmen wir weiterhin Verantwortung
und setzen gezielt Maßnahmen, die Wirkung zeigen: So verzeichnet etwa
unser speziell für Frauen konzipierter Service ‚Buddy for her‘ erneut
einen deutlichen Zuwachs.“
Zwtl.: Maßnahmen des Österreichischen Patentamtes
Das Österreichische Patentamt wird in der Studie explizit für
seine Initiativen zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit für
innovative Frauen hervorgehoben. Dazu zählen unter anderem:
– eine Stakeholder-Umfrage zur Identifizierung spezifischer Barrieren
– der Service „Buddy for Her“ , ein Mentoring-Programm, das
Expertinnen des Patentamtes mit Erfinderinnen zusammenbringt,
– der Patentamts-Podcast „Blitzgscheit“ mit vielen weiblichen Role
Models sowie
– die Staatspreis-Patent-Sonderkategorie „Matilda“ , die
Organisationen auszeichnet, die Frauen in der Innovation gezielt
fördern.
Hier geht’s zum vollständigen Bericht: “Förderung von Frauen in
MINT”




