Sanierungsbonus gestrichen – Bund reißt Loch in Förderlandschaft

Wien (OTS) – Eine neue Analyse der Umweltschutzorganisation GLOBAL
2000 bringt
Licht ins Dunkel der Förderlandschaft für thermische Sanierungen und
Heizungstausch. Die schlechte Nachricht: Die Kürzung des bundesweiten
Sanierungsbonus mit Februar 2026 führt dazu, dass Sanierungswillige
künftig deutlich weniger Unterstützung erhalten – oder in einigen
Bundesländern sogar völlig leer ausgehen.

„Die Streichung des Sanierungsbonus reißt ein massives Loch in
die Förderlandschaft. Gerade angesichts hoher Energiepreise darf die
Bundesregierung Haushalte bei der Sanierung nicht im Stich lassen.
Ohne attraktive Zuschüsse werden notwendige Sanierungen aufgeschoben
oder ganz unterlassen“, warnt Maximilian Hejda, Energieexperte von
GLOBAL 2000: „Von den fälligen Strafzahlungen, die bei einer
drohenden Verfehlung der Klimaziele drohen, ganz zu Schweigen.
Sanierungswillige würden dann indirekt doppelt zur Kassa gebeten.”

Massive Unterschiede zwischen Bundesländern

Ohne die Bundesförderung für thermische Sanierungen sind
Haushalte auf die Förderungen des jeweiligen Landes angewiesen. Die
regionalen Unterschiede sind enorm. Tirol ist Spitzenreiter: Für eine
beispielhafte Sanierung bietet das Land einen Einmalzuschuss in Höhe
von fast 40% an, während man in Oberösterreich nur 12% bekäme.
Besonders problematisch ist die Situation in Salzburg und der
Steiermark: Hier gibt es derzeit überhaupt keine Förderung für
thermische Sanierungsmaßnahmen.

“Aktuell kommt die Förderlandschaft für thermische Sanierungen
einem Fleckerlteppich gleich. Der Bund muss seine Angebote dringend
verstärken. Außerdem braucht es eine bessere Abstimmung zwischen Bund
und Ländern, um faire und wirksame Förderbedingungen in ganz
Österreich sicherzustellen”, fordert Hejda.

Heizungsförderung bleibt attraktiv

Die gute Nachricht: Wer auf klimafreundliche Heizsysteme
umsteigen will, profitiert weiterhin von attraktiven Förderungen. Für
den Einbau einer Erdwärmepumpe kann man vom Bund einen Zuschuss von
12.500 Euro erhalten. In Tirol und Wien können Haushalte in
Kombination mit Landesförderungen dadurch sogar mehr als die Hälfte
ihrer Kosten decken. Lediglich Niederösterreich und die Steiermark
bieten keine zusätzliche Landesförderung an. Hier sind Haushalte rein
auf den Bundeszuschuss angewiesen.

Zur Analyse

Als Berechnungsgrundlage für die thermische Sanierung wurde eine
typische umfassende Einfamilienhaus-Sanierung mit Investitionskosten
von 65.000 Euro herangezogen. Die Berechnungen für die
Heizungsförderung basieren auf dem Ersatz einer fossilen Heizung
durch eine Erdwärmepumpe mit Tiefenbohrung bei angenommenen
Investitionskosten von 45.000 Euro.

– Sanierungs-Förderungen: Report 2026 zum Download

– Info-Grafiken zum Download