Mozart und sein Requiem – Spurensuche in Niederösterreich

St. Pölten (OTS) – Wenn im Stadttheater Wiener Neustadt die ersten
Töne von Mozarts
letzter großer Komposition erklingen, öffnet sich ein Kapitel
Musikgeschichte, das tiefer in Niederösterreich verwurzelt ist als
viele ahnen. Wer Mozart sucht, blickt nach Salzburg oder Wien – doch
einige überraschende Antworten liegen in Niederösterreich: in
Schlossräumen, Klosterarchiven, kleinen Wohnungen, auf alten
Handelswegen. Orte, die seine Lebensgeschichte prägten und bis heute
Spuren bewahren. Ein „Österreich-Bild am Feiertag“ aus dem ORF-
Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Veronika Regl, Kamera:
Franz Cee) begibt sich auf eine Reise durch das Land Niederösterreich
und zeigt ein Mozart-Bild, das weit über die bekannten Biografien
hinausgeht.

Die Dokumentation führt auch in die Probenarbeit und zeigt
Ausschnitte der Aufführung des Requiems, gespielt am 5. Dezember 2025
im Stadttheater Wiener Neustadt vom Tonkünstler-Orchester
Niederösterreich unter Dirigent Andreas Ottensamer. Zugleich erinnert
sie daran, dass das Werk am 14. Dezember 1793 im Stift Neukloster in
Wiener Neustadt erstmals seinem ursprünglichen Zweck entsprechend
erklang. In Schloss Stuppach in der Gemeinde Gloggnitz wird die
Geschichte des damaligen Schlossbesitzers und Auftraggebers
Reichsgraf Franz Anton von Walsegg lebendig – jenes Adeligen, der das
Requiem als Liebesbeweis für seine jung verstorbene Frau Anna
bestellen ließ.

In Stein bei Krems wird die erste große Reise des Wunderkindes
lebendig und dort wartet auch eine der größten Überraschungen dieser
Spurensuche: Mozarts Großmutter mütterlicherseits stammt aus
Krems/Stein. Baden wiederum offenbart Mozarts private Seite: einen
Ehemann, der schreibt, vermisst, eifersüchtelt – und jenem Freund
vertraut, in dessen Haus das „Ave verum corpus“ entstand. Das Stift
Melk erzählt eine andere Geschichte, jene von musikalischer Pflege
und Bewahrung: Abschriften, Bearbeitungen, Einträge – Spuren eines
Klosters, das Mozarts Musik über Generationen hinweg begleitet hat.
Und selbst unscheinbare Orte wie Raschala oder Schwechat überraschen
mit Anekdoten, Begegnungen und menschlichen Momenten.

Durch die Verbindung all dieser Schauplätze entsteht ein
mosaikartiges Porträt: Mozart als Musiker, Freund, Ehemann und
Reisender. So wird Niederösterreich zu einem Land, das überraschend
viele Spuren Mozarts bewahrt und Geschichten erzählt, die bis heute
nachklingen.

Redaktion: Mag. Sabine Daxberger-Edenhofer