Wien (OTS) – Die EU-Wirtschafts- und Finanzminister haben sich am
Freitag mit der
geplanten Aufhebung der Zollfreigrenze von 150 Euro für Pakete aus
Drittstaaten befasst. Diese hat laut EU-Kommission vor allem den
Onlinehandel aus Drittstaaten begünstigt: 2024 kamen rund 91 % aller
E-Commerce-Importe unterhalb dieser Grenze aus China. Statt einer 150
-Euro-Zollfreigrenze wird ab 1. Juli 2026 für jede E-Commerce-Sendung
unter 150 Euro Zoll in der Höhe von drei Euro fällig. Das ist ein
entscheidender Schritt hin zu mehr Fairness im europäischen Handel.
„ Mit der heutigen Einigung beim Rat der Finanzministerinnen und
Finanzminister ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gerechtigkeit
gelungen. Für rund 4 Milliarden Pakete unter 150 Euro gilt die
Regelungen ab Juli 2026. Damit werden außerdem die Eigenmittel der EU
gestärkt “, so Finanzminister Markus Marterbauer.
„Wir haben uns auf nationaler wie europäischer Ebene seit Langem
für ein Ende der Zollfreigrenze starkgemacht, dass diese jetzt fallen
soll, ist ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb in Europa.
Billigimporte unter dem Radar gefährden unsere heimischen Betriebe,
untergraben Standards und verzerren den Markt“, so
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer. Er sieht die
Entscheidung auch als industrie- und standortpolitisches Signal:
„Europa muss sich vor Dumpingstrategien schützen – die heutige
Entscheidung ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die
europäische Wirtschaft zu stärken und faire Bedingungen für alle zu
schaffen. Denn wer in Europa produziert, darf im globalen Wettbewerb
nicht benachteiligt werden.“
„Ein faires Wettbewerbsumfeld ist die Grundlage für eine starke
und widerstandsfähige Wirtschaft. Die bisherige 150-Euro-
Zollfreigrenze führte zu einer Flut an Billigpaketen aus
Drittstaaten, insbesondere durch asiatische Online-Plattformen. Der
Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze ist ein klares Zeichen gegen
systematische Wettbewerbsverzerrung und für die Stärkung der
heimischen Wirtschaft“, betont Finanzstaatssekretärin Eibinger-Miedl.
Die Bundesregierung hatte bereits im Regierungsprogramm
festgehalten, sich für die Abschaffung der Zollfreigrenze
einzusetzen. Österreich gilt in der EU-Zollreform als einer der
Treiber für moderne, faire und digitale Zollverfahren, die den
heimischen Standort stärken und gleichzeitig für mehr Transparenz im
Onlinehandel sorgen.




