Mit ganzer Kraft für Österreich – 80 Jahre ÖVP im Parlament

Wien (OTS) – „Vor 80 Jahren haben am 25. November 1945 in Österreich
die ersten
freien Wahlen stattgefunden. Am 19. Dezember 1945 ist dann der frei
gewählte Nationalrat erstmalig zusammengetreten. Und am Nachmittag
davor – am 18. Dezember 1945 hat sich der „Parlamentsklub der ÖVP“ –
damals unter dem einschränkenden Namen ‚Nationalratsklub‘ erstmals
konstituiert“, so ÖVP-Klubobmann August Wöginger Dienstagabend bei
einer Festveranstaltung im Empfangssalon des Parlaments. Aus Anlass
von 80 Jahren Parlamentsklub der ÖVP wurde dabei das Buch „Mit ganzer
Kraft für Österreich – Die ÖVP im Parlament 1945-1955 – die
Protokolle des Nationalratsklubs“ präsentiert. Unter den Gästen
fanden sich dabei Bundeskanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Christian
Stocker, gegenwärtige und ehemalige Mitglieder des ÖVP-Klubs,
darunter die ehemaligen Klubobleute Andreas Khol – der unter anderem
auch das Amt des Nationalratspräsidenten ausfüllte – und Wilhelm
Molterer – ehemaliger Vizekanzler, der auch die Festrede hielt –
sowie Sebastian Kurz – ehemaliger Bundeskanzler –, der Zweite
Nationalratspräsident Peter Haubner, der ehemalige
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka und der ehemalige Zweite
Nationalratspräsident Vizekanzler a.D. Michael Spindelegger. Weitere
Ehrengäste waren die ehemaligen Bundesratspräsidenten Karl Bader,
Edgar Mayer, Gottfried Kneifel, Martin Preineder und Herwig Hösele
sowie der ehemalige Leiter der ÖVP-Delegation im Europäischen
Parlament MEP a.D. Othmar Karas und Volksanwältin Gaby Schwarz.
Anwesend war zudem Landeshauptmann a.D. Waltraud Klasnic.
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner und Staatssekretär Alexander
Pröll sowie die ehemaligen Regierungsmitglieder Juliane Bogner-
Strauß, jetzt aktive Nationalratsabgeordnete, Martin Polaschek und
Nikolaus Berlakovich wohnten ebenfalls der Veranstaltung bei.

Der ÖVP-Klub mache sich mit dem Buch ein besonderes Geschenk, so
Wöginger in seinen Begrüßungsworten. „Wir haben uns als erster Klub
dazu entschlossen, seine Protokolle der Jahre 1945 bis 1955 in
wissenschaftlich kommentierter Form zugänglich zu machen. Die
Ministerratsprotokolle aus dieser Ära werden ebenfalls seit geraumer
Zeit publiziert. Wir wollen mit unserer Publikation der historischen
Wissenschaft bewusst eine neue Quelle als Ergänzung hinzufügen.“

Präsentiert wurde dabei eine umfassende zeithistorische Quelle
über die ersten zehn Jahre der Zweiten Republik in einem Beitragsband
(Band 1) – herausgegeben vom Präsidenten des Karl von Vogelsang-
Instituts und ehemaligen Salzburger Landeshauptmann Franz
Schausberger, dem Geschäftsführer des Karl von Vogelsang-Instituts
Johannes Schönner und der Historikerin Anita Ziegerhofer von der
Universität Graz – und einer Quellenedition (Band 2) von Stefan
Wedrac vom Karl von Vogelsang-Institut.

Wöginger dankte in diesem Zusammenhang dem Leykam
Universitätsverlag für die Zusammenarbeit und dessen Vertretern Erkan
Osmanovic und dem ehemaligen Bundesratspräsidenten Herwig Hösele,
sowie auch dem Zukunftsfonds der Republik Österreich, der das
Buchprojekt unterstützt hat. Insgesamt haben 20 Autorinnen und
Autoren – allesamt renommierte Wissenschafterinnen und Wissenschafter
– an dem Projekt mitgewirkt.

„626 Frauen und Männer haben dem Nationalrat seit 1945 als
Abgeordnete der Volkspartei angehört, seit 1945 haben wir 378
Mitglieder des Bundesrates gestellt und 28 Mitglieder des
Europäischen Parlaments, insgesamt also 1.032 Gestalterinnen und
Gestalter unseres Landes und Europas“, führte Wöginger als 15.
Klubobmann fort.

Wöginger erinnerte an die Umstände des Dezember 1945 und jenen
Winter, den Leopold Figl in seiner berühmten Weihnachtsansprache
beschrieben hat. „Es herrschten Armut, Hunger, Kälte, Wohnungen und
Betriebe waren zu einem Großteil zertrümmert. Vor diesem Hintergrund
hatte Österreich die Kraft, sich wieder auf die Beine zu stellen: Die
Republik wiederzuerrichten, die Parteien ins Leben zurückzuholen, im
Fall der ÖVP am 17. April 1945 überhaupt neu zu gründen, kurz: die
repräsentative parlamentarische Demokratie wiederzubeleben, von der
wir aber auch wissen, dass sie die beste aller Regierungsformen und
die einzige ist, die wir als Österreichische Volkspartei wollen und
für die wir kämpfen.“ Man dachte aber insbesondere an die Zukunft.
Und man wusste: Es gehe nur in Zusammenarbeit und mit einer guten
Vertrauensbasis mit den anderen politischen Kräften.

Der ÖVP-Klubobmann spannte den historischen Bogen über die
vergangenen 80 Jahre zusammenfassend, in dem er die prägende Rolle
des Parlamentsklubs der Österreichischen Volkspartei für den
Parlamentarismus, die Demokratie und die rot-weiß-rote
Erfolgsgeschichte der Republik unterstrich. Dabei habe man, so
Wöginger, nicht zuletzt in den insgesamt 64 Jahren als
Regierungspartei – davon mit Ausnahme der vier Jahre der
Alleinregierung unter Josef Klaus von 1966 bis 1979 immer in
konstruktiven Koalitionen mit anderen Parteien – viel für Österreich
und die Bevölkerung bewirken können. Wöginger abschließend: „Schauen
wir uns Österreich an – dann sehen wir, dass unsere Arbeit als ÖVP
eine gute Arbeit für unser Land war und ist. Wir haben bewiesen, dass
wir es können. Und wir werden auch weiterhin alles geben – mit ganzer
Kraft für Österreich!“ (Schluss)