Wien (OTS) – Am 9. Oktober feierte die Österreichische Plattform
Gesundheitskompetenz (ÖPGK) ihr zehnjähriges Bestehen – Anlass, mit
Partnern und Wegbegleitern zurückzublicken und Weichen für die
weitere Stärkung der Gesundheitskompetenz in einer zunehmend
digitalisierten Welt zu stellen.
Die ÖPGK wurde 2015 mit einem hohen Anspruch gegründet: Damals
lag Österreich hinsichtlich der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung
auf den hinteren europäischen Plätzen. Geringe Gesundheitskompetenz
bedeutet weniger Lebensqualität und Gesundheit und höhere Kosten für
das Gesundheitssystem. Es bestand also Handlungsbedarf.
Zwtl.: Österreich gesundheitskompetenter machen: Eine positive Bilanz
In den zehn Jahren seit Gründung der ÖPGK ist viel passiert: Ziel
der ÖPGK ist es, Instrumente und Trainings bereitzustellen, die dann
in Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Betrieben etc. genutzt werden
können, um dort die Gesundheitskompetenz von Mitarbeiterenden,
Schüler:innen, Klient:innen und Patient:innen zu verbessern.
Beispielsweise wurden mit den Gesprächsqualitäts-Trainings der ÖPGK
in den letzten Jahren über 10.000 Ausübende von Gesundheitsberufen in
patientenzentrierter Kommunikation geschult. Ein Leitfaden der ÖPGK
hilft, Gesundheitsinformationen auf hohem Qualitätsniveau zu
erstellen. Das Erfolgsmodell „Gesundheitskompetente außerschulische
Jugendarbeit“ unterstützt die Gesundheitskompetenz junger Menschen in
einem sensiblen Lebensalter. Und die Initiative „Drei Fragen für
meine Gesundheit“ unterstützt Patient:innen bei der Vorbereitung auf
den Arztbesuch. Praxis-Erfahrungen zur Stärkung der
Gesundheitskompetenz wurden in der online verfügbaren „Toolbox
Gesundheitskompetenz“ der ÖPGK gesammelt und können von Akteur:innen
genutzt werden. Die vielfältigen Maßnahmen zahlen sich aus: Heute
liegt Österreich bezüglich der Gesundheitskompetenz im guten
europäischen Mittelfeld.
„Viel hat sich in den letzten zehn Jahren getan und vieles ist
gelungen“, betonte Ministerin Korinna Schumann bei der Eröffnung der
Jubiläumskonferenz. „Als Sozial- und Gesundheitsministerin freut es
mich besonders, dass wir in der ÖPGK auch Partner aus anderen
Politikbereichen im Boot haben – denn die Stärkung der
Gesundheitskompetenz braucht die Zusammenarbeit vieler Akteure. Mein
Dank gilt daher auch dem Engagement des Bildungsressorts, des Jugend-
und des Sportressorts sowie den vielfältigen Praxispartnern der ÖPGK,
die im eigenen Wirkungsbereich zahlreiche Maßnahmen für mehr
Gesundheitskompetenz umsetzen“.
Staatsekretärin Königsberger-Ludwig knüpfte an: „Gerade auch, was
den Umgang mit digitalen Gesundheitsinformationen und die Navigation
durch das Gesundheitssystem angeht, haben wir noch viel zu tun. Noch
immer fällt es vielen Menschen schwer, die richtige Anlaufstelle für
ein Gesundheitsproblem zu finden. Umso wichtiger ist es, dass es
gelungen ist, die weitere Stärkung der Gesundheitskompetenz im
aktuellen Regierungsprogramm zu verankern.
Für die Sozialversicherung stellt die ÖPGK eine wichtige
Partnerin dar. Sie leistet einen maßgeblichen Beitrag zur Erreichung
der Gesundheitsziele sowie der Verbreitung, Sichtbarkeit und
Verankerung von Gesundheitskompetenz in der Gesellschaft. Jan
Pazourek, Büroleiter des Dachverbands der Sozialversicherungsträger,
erörterte weiter: „Als Sozialversicherung unterstützen wir zum einen
die individuelle Gesundheitskompetenz z.B. durch Schulungen oder
Informationsmaterialien und stärken zum anderen die
Gesundheitskompetenz unserer Organisationen. Ziel dabei ist, unseren
Versicherten zu ermöglichen, gute Gesundheitsentscheidungen für
individuelle Situationen treffen zu können“.
Zwtl.: KI, Social Media und Algorithmen: Zukunftsherausforderungen
für eine gesundheitskompetente Bevölkerung
Durch die Digitalisierung ist es heute zwar leichter als je
zuvor, Gesundheitsinformationen zu finden – aber viele Informationen
sind von fragwürdiger Qualität. Der zunehmende Einsatz von
Künstlicher Intelligenz verschärft das Problem noch zusätzlich. Die
Zukunft der Gesundheitskompetenz braucht daher auch internationale
Zusammenarbeit für Qualität im Netz – denn Gesundheitsinformationen
machen in Zeiten der Digitalisierung nicht an Landesgrenzen Halt.
Genau in diesem Bereich liegt einer der zukünftigen Schwerpunkte der
ÖPGK.
Ministerin Schumann betonte die Verantwortung des
Gesundheitssystems: „Wir brauchen auch im Interesse der Sicherheit
der Bevölkerungen Maßnahmen gegen gesundheitsbezogene Falsch- und
Fehlinformationen im Netz.“ Staatssekretärin Königsberger-Ludwig:
„Die Arbeit der ÖPGK ist und bleibt eine wichtige Säule in einem
qualitätsvollen Gesundheitssystem. Ich wünsche der Plattform viel
Erfolg für die nächsten zehn Jahre.“
Fotodownload unter: 10. ÖPGK-Konferenz – ÖPGK




