Wien (OTS) – Von Jänner bis August 2025 wurden in Österreich
insgesamt 11.622
Asylanträge gestellt. Im Vergleichszeitraum 2024 waren es 17.171
Anträge – ein Rückgang von 32 Prozent. Davon waren lediglich 4.545
Asylanträge (39 Prozent) originär, also neu. Im August wurden 1.403
Asylanträge eingebracht.
Im August stammten die meisten Anträge aus Afghanistan (405), wovon
nur 195 (51 Prozent) originär waren. Der Rest entfiel auf
Folgeanträge oder auf in Österreich geborene Kinder. Auf Grund eines
EuGH-Urteils stellen weibliche Schutzberechtigte in Österreich
Anträge auf Asyl, wenn nur subsidiärer Schutz gewährt wurde.
Abschiebungen Jänner bis August 2025: Vorläufige Zahlen
Von den 9.080 Abschiebungen des BFA erfolgten 4.717 Ausreisen (52
Prozent) eigenständig, 4.363 (48 Prozent) zwangsweise. Bei den
Abschiebungen sind 50 Prozent der Personen strafrechtlich verurteilt.
So wurden beispielsweise bis Ende August insgesamt 619 Dublin-
Überstellungen durchgeführt, davon 75 Afghanen, 69 Syrer und 67
Algerier.
„Die bereits umgesetzten Abschiebungen von verurteilten Straftätern
nach Syrien und in Zukunft auch nach Afghanistan sind Teil einer
harten und gerechten Asylpolitik. Der eingeschlagene Kurs wird weiter
konsequent abgearbeitet“, betonte Innenminister Gerhard Karner.
Die Entscheidungsstatistik
Bis Ende August wurden 20.790 Verfahren negativ beschieden oder
eingestellt. 1.269 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und
verließen Österreich während des Verfahrens. In 6.984 Fällen wurde
Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.
Keine Chance auf Asyl hatten im August Antragstellerinnen und
Antragsteller aus Marokko (1,7 Prozent), Georgien (2,1 Prozent) und
Indien (1,6 Prozent). Hier setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und
Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende August wurden 446
negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen bzw. 72 Stunden in der
ersten Instanz getroffen.
Blick ins europäische Ausland
In Europa (inkl. Schweiz und Norwegen) wurden bis Ende August 2025
528.444 Asylanträge gestellt – ein Rückgang von 20 Prozent gegenüber
dem Vergleichszeitraum 2024 (660.412).
Deutlich gestiegen sind die Anträge in Lettland (+18 Prozent),
Luxemburg (+8 Prozent) und Kroatien (+7 Prozent). Gesunken sind die
Anträge in vielen anderen Staaten, hervorzuheben sind Zypern (-65
Prozent), Bulgarien (-71 Prozent), Rumänien (-52 Prozent),
Deutschland (-38 Prozent), Niederlande (-33 Prozent) und Italien (-20
Prozent).
In Österreich zeigen sich die Anträge im Vergleich zum Vorjahr
ebenfalls reduziert (-32 Prozent). Hochgerechnet auf die Bevölkerung
liegt Österreich in der europaweiten Statistik auf dem elften Platz.
Bei den absoluten Zahlen liegt Österreich hinter Belgien, der Schweiz
und der Niederlande und vor Polen und Irland EU-weit an neunter
Stelle.
Rückbau von Grenzinfrastruktur: Abbau in Nickelsdorf abgeschlossen –
in Spielfeld Mitte Oktober
In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Maßnahmen im Kampf
gegen die illegale Migration und die Schleppermafia gesetzt. Dadurch
ist es kontinuierlich gelungen, die illegale Migration zu reduzieren.
Die Schleppermafia meidet nunmehr Österreich und seine Grenzen.
An der Grenzkontrollstelle Spielfeld zeigt die Lage in den
vergangenen beiden Jahren kaum illegale Migration, weshalb vier nicht
mehr benötigte Zelte abgebaut werden. Dies wird bis Mitte Oktober der
Fall sein.
Die Schlepperrouten konnten auch im Osten Österreichs verdrängt
werden, vor allem an die sogenannte Balkan-Küstenroute. Maßnahmen wie
die Operation Fox auf ungarischem Staatsgebiet zeigen Wirkung. Der
Abbau der vier Großraumzelte in Nickelsdorf ist bereits
abgeschlossen.
Geringe Zahlen in der Grundversorgung: Einsparungen im Asylbereich
möglich
Aktuell befinden sich 55.923 Menschen in Grundversorgung, davon 1.268
Menschen in Bundesbetreuung. Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp
93.000 Menschen in der Grundversorgung. Durch den Rückgang sind auch
Einsparungen möglich. Alleine die Zahl der Bundesquartiere konnte in
den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf aktuell acht
gesenkt werden.




